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Jeschurun · 1925-11-01 · Heft 11-12 (November 1925) · p. Seite 515

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 11-12 (November 1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 515 (sequence 89)
Language
German
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Büch erb e s pre chu n gen 5L5 mann זצ׳יל die Erklärung zum ersten Kapitel von בראשית, die ihm zur Begut- Achtung vorgelegt war. Nach den bisher erschienenen 3 Heften kann man wohl den Versuch als gelungen betrachten. ״In Natur und Geschichte gilt nur ein Gesetz. Beide haben nur einen Gesetzgeber und Leiter. Das lesen wir aus den Berichten über das Werden in Natur und Menschheit.0 Das sind die Leitsätze für unsere Einstellung zum G’ttesbuche. Diesem ersten Prinzip der jüdischen Toraauffassung bleibt der Verfasser beim Lesen und Erklären eines jeden Verses treu. Das Erfreuendste und Stärkende bei der Lektüre dieser »Bemerkungen“ — tatsächlich sind sie ein fortlaufender Kommentar — ist die Selbstverständlichkeit des Glaubens an den gütlichen Ursprung der schriftlichen und mündlichen Tora sowie an die Unversehrtheit des uns überlieferten Textes. Als Juden wollen wir die Tora lesen, und zwar als Juden europäischer Bildung. All die philosophischen, gesehichtlichen und naturwissenschaftlichen Fragen, die dem gebildeten deutschen Juden beim Lernen der Tora entstehen, werden behandelt. Die volle Einheitlichkeit von Glauben und Wissen ist Voraussetzung und Ziel des Verfassers. Dabei will er den Fragen der Wissenschaft nicht answeichen; sondern nimmt Stellung zu ihnen. Dieses alles erinnert uns wohltuend an den Eirsch’schen Kommentar. ׳Wenn auch Wolf durch ihn sehr stark beeinflusst ist, so bewahrt er sich doch die Selbständigkeit. Dieses zeigt sich ganz besonders in der Uebersetzung, welche fast durchweg in leicht fasslicher Sprache, den vom Verf. gegebenen Erklärungen gerecht wird. Hierdurch wird das Werk zu einem sehr wertvollen Hilfsmittel für den Lehrer. An vielen Stellen gehen die ״Bemerkungen“ über den Bahmen einer populären Darstellung hinaus und werden zu wissenschaftlichen Erklärungen. Es sei hier auf die sehr gute Berücksichtigung der Verschiedenheit der Zeitformen im ersten Kapitel hin gewiesen. Sorgfältig sind (auf S. 21)0 ff.) die chronologischen Schwierigkeiten in der Abrahamsgeschichte behandelt. Sehr feinsinnig wird (S. 193) die ]Reihenfolge der Ausdrücke מאיצך (aus deinem Lande), ממולדתך (aus deiner Familie)ומבית אביך (aus deinem Vaterhause) erklärt Störend ist die Inkonsecquenz in der Namensschreibung. Bald ist von Abraham, bald von Awraham die Bede. Man muss sich entweder für die aschkenasische oder die sefardische Aussprache entscheiden. Unangenehm wirkt die Form der Ausfälle gegen die nichtbibelgläubige Wissenschaft und ihre Verteter (S 31). So entschieden die Ablehnung der Angriffe gegen die ewigen Wahrheiten des Gttesbuches sein muss, so vornehm muss die Form gewahrt werden. Wenn es in Zeitungen schon peinlich wirkt, dass ein Gegner persönlich angegriffen wird, so leidet ein für die Dauer bestimmter Kommentar noch vielmehr darunter, wenn der Verfasser seinen begreifliehen Unmut über das Auftreten eines im Augenblick der Niederschrift viel genannten Gel hrten durch verletzende Ausdrucks weise verewigt. Wolfs Werk ist uns viel zu lieb, als dass wir diese Fehler ungerügt lassen dürften. Unsere Mahnung wird hoffentlich bei einer zweiten Auflage

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