Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 508 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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508 Büch erbesprechungen Landschaftsbilder geben uns ein Bild von diesem auch geographisch einzigartigen Lande, das den tiefsten Punkt der Erde enthält und dabei zu Bergeshöhen mit ewigem Schnee aufsteigt, das Wüste und tropischen Pflanzenwuchs mit einander vereint, die schier grausige Oede des toten Meeres mit der Anmut einer Karmellandschaft. Altertum, Mittelalter und Gegenwart geben sich hier ein Stelldichein in den Ruinen einst gewaltiger Städte, Strassen und Bauten, Tempeln und Grabmälern, den Kultstätten der drei grossen Religionen, die Palästina als das heilige Land verehren und den Werken der Landwirtschaft, Technik und Wissenschaft, wie sie das neuzeitliche Palästina. hervorgebrachfc. Die Typen all der verschiedenartigen Völkerschaften, die, in Palästina und vor allem in Jerusalem heimisch sind, der Berufsstände der sozialen Schichten, der Alten und Jungen, wie sie lehren und lernen, arbeiten und spielen, beten, tanzen und betteln, reisen, wohnen und speisen, sind mit einer Lebendigkeit ohne Gleichen festgehalten. Ganz prächtige Genrebilder: Taimudschule in Meron (S. 187) und Jemenitische Schule in Jerusalem. (Die Bilder: ״Die Elagemauer“ (S. 160) und ״Betende Juden an der Klagemauer“ (S. 186) sind nicht besonders glücklich aufgenommen). In gleich umfassender Weise ist das geschichtliche,, speziell das religiöse Interesse berücksichtigt, wie das an dem lebendigen Aufbau des heutigen jüdischen Palästina. Da das Werk offenbar in gleicher Weise für christliche Kreise bestimmt sein sollte, so hat der Herausgeber einen grossen Teil der Bilder den durch das Neue Testament gegebenen Erinnerungsstätten gewidmet und den Kirchen und Kultstätten der christlichen Kirche im heutigen Palästina. Eine viel gewaltigere Wirkung würde natürlich erzielt werden, wenn wir die Bilder in den Farben des Lebens vor uns hätten. Das würde aber das Werk so ausserordentlich verteuern, dass der Preis für die meisten unerschwinglich wäre. Immerhin wäre das bei einer Neuauflage in Erwägung zu ziehen. Es würde viele, denen es nicht vergönnt ist, das Land der Väter, die Stätte ihrer Liebe und heiliger Sehnsucht zu sehen, im Geiste dorthin entführen. Aber für das bisher Gebotene sei dem Herausgeber der wärmste Dank ausgesprochen. Vor allem aber auch dem Verlag für die geradezu prächtige Ausstattung des Werkes. Es sollte in keinem Hause eines Bekenners der positiven Religionen fehlen. _ J. W. Max Löhrt Prof. D. in Königsberg, Beiträge zur Geschichte des Chassidismus, I. Begriff und Wesen des Chassidismus, Leipzig, 1925, M. W. Kaufmann, 33 S. 8°. Gemeinsam mit Dr. Lazar Gulkowitsch, dem Lektor für die spätjüdische Literatur an der Universität Leipzig, gibt Prof. Löhr hier eine chassidische Handschrift in deutscher Uebersetzung, versehen mit Erläuterungen heraus. Diese Handschrift stammt etwa aus der Zeit um 1780. Sie enthält eine sehr dramatische Unterredung zwischen einem Vertreter des Rabbinismus und einem Vertreter des Chassidismus. Es wäre zweckmässig:, dem deutschen