Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 509 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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B ücherbesprechuDgen 509 Text auch den Originalwortlaut der Hdschr. beizufögen, damit der Leser die Uebersetzung nachprüfen and die Eigenheiten des Textes stndieren kann. Die dramatische Unterredung gliedert sich in 8 Abschnitte: 1) Tun der Tora steht höher als blosses Wissen, 2) 3 Rabbinen, die das Sammeln von Almosen für den armen Chassid ablehnen, 3) dem Gegner des Chassidismus keine Ehre, 4) die Armut des Chassid 5) ״der, welcher wieder gut macht, was er verkehrt gemacht hat“, ist ein Chassid, 6) auch der Chassidismus schätzt Gelehrsamkeit und dialektische Gewandtheit, 7) Wunder tut nur Gott, 8) war die Menora 17 oder 18 Handbreiten hoch? — Die beiden Herausgeber planen die Herausgabe weiterer chassidischer Texte. Im Interesse der neatestamentliehen Wissenschaft wäre es sehr wünschenswert, wenn sie vor allem eine der Biographien des Baal Schern genau und vollständig ins Deutsche übersetzten. Wegen des Vergleiches mit den Evangelien nach Form und Inhalt wäre das sehr dankenswert; denn zu einem solchen Vergleich genügen freie, modernisierende Bearbeitungen nicht. Löhr sagt im Vorwort, dass der Chassidismus ״religiös-sittlicher Aktivismus״ sei und man dabei von ״Mystik nur in sehr eingeschränktem Masse und in sehr allgemeiner Bedeutung des Wortes״ reden könne. Die weiteren Hefte werden auch darüber noch Näheres bringen. Privatdozent Lic. F i e b i g, Leipzig. Eine werdende Welt. Reiseeindrüeke aus Palästina von Hugo Herrmann. Verlag Dr Josef Flesch, Prag 1925. Eine Schilderung des diesjährigen Erez Israel. Das vorjährige ist wirklich schon veraltet Von jüdischen Helden der Arbeit, die den harten Nacken zu Nutzen und Frommen tragen, hören wir Neues. Dies Buch begeistert. Aber bei einer Schilderung über unser Land ist das leicht und billig, wenn der Leser nicht gerade ein seelenkalter und volkentfremdeter Jude ist. Was dieses Werk über andere seinesgleichen heraushebt, ist die dem Verf. gewordene Erkenntnis, dass der Wert des neuen Israel nur auf wirtschaftlichen Gebiete liegt, dass dagegen die kulturellen Verhältnisse ein Problem, wenn nicht eine Krankheit darstellen. Ob es sich um Theater oder Architektur, Schule oder Universität handelt. Herrmann erkennt, dass die Juden ans ihren Geburtsländern kulturell Verschiedenes mitbringen, dass sie keine Kultur wie die sehöne der bodenständigen Araber haben und überantwortet der Zukunft seine Sorgen. Er begreift die Orthodoxen, versteht ihre Intoleranz, versagt ihnen aber die Anerkennung als berechtigte jüdische Kulturträger. Wir aber wissen, dass die zionistische Kolonisationsarbeit wohl an der Gesundung des Volkskörpers arbeitet, in gleicher Weise und in ähnlichem Ausmasse aber der Volksseele schadet. Sie ״vermählt“ nicht ״Urzeit und Zukunft“. In den geseizestreaen Siedlungen, die sich G. s. D mehren, wo der halbe Tag der Erde, die andere Hälfte der Thora gilt, in B’ne Brak, wo Chassidim mit dem הלל הגדול aufs Feld ziehen, dort vermählt 6