Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 497 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2292929-2293034-2293041--07992-2301274- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aktuelle Lebensfragen usw. 497 ergeben erscheint gelegentlich als Lohn: שמעון בן יוחאי n שגו בשם הכנר והמקל נתנו מכורכים מן השמים, אמר להם הקב״ה אם שמרתם את התורה הרי ככר לאכול• ואם לאו — הרי מקל ללקות בו (ויקרא רבה ל״ה). — Auf der andern Seite wird die Erfüllung gewisser Gebote, wie מעשר, als Mittel bzw. als Bedingung zum künftigen Reichtum bezeichnet: so die Deutungen von עשר תעשר: עשר בשביל שתתעשר. — Darüber besteht also kein Zweifel, dass die Wertschätzung des Reichtums einen breiten Raum in unserem Schrifttum einnimmt. Wer sich auf einen Satz berufen will, wird kaum in Verlegen« heit kommen. Es lässt sich aber nachweisen, dass diese Anerkennung der Reichen nicht die einzige Note ist. Wir finden Umdeutungen des Begriffs reich, die schrittweise von der ursprünglichen Bedeutung fast bis in die Verkehrung in das Gegenteil führen: angefangen von der Auslegung (איזהו עשיר השמח בחלקו(אכות ס״יד א׳ über die zweite {:איזהו עשיר כל שיש לו גחת רוח בעשרו1) (שבת כ״ה, gelangt der Talmud endlich zu so sublimierter Auffassung wie der folgenden: עני עני בדעת! עשיר עשיר בדעת. Dies lässt die Möglichkeit offen, selbst einen Reichen arm zu nennen. Ich will nicht eine Entscheidung herbeiführen, ob des Reichtums Preis oder Geringschätzung das stärkere Motiv in unserer alten Weisheit ist. Mir genügt — ähnlich wie ich es einmal für das Problem des Todes versucht habe2) — zu unterstreichen, dass in der Fülle der Sprüche und Aussprüche über Besitz auch der kalte Klang der Ablehnung nicht vermisst wird*). Wenn je jüdische Weisheit sich dazu aufschwang, den Besitz als irrelevant anzusehen, dann werden unsere weiteren Ausführungen des Einklangs mit der Tradition nicht bar sein. Und darauf kommt es an. J) Das ist die Meinung R. Meirs. Indessen sind dort die Meinungen anderer Taimaim: ר׳ מרפון אומר כל שיש לו מאה כרכים ומאה שדות ומאה עבדים שעובדין כהן; ר׳ עקיבא אומר: כל שיש לו אשה נאה כמעשים; ר׳ יוסי אומר: בל שיש לו בית הכסא סכוך לשלחנו. Man beachte auch hier die völlig ungleichartige Deutung, die schon zum Teil völlig vom Besitz abstrahieren. 2) ״Der Jude״ Jahrgang 1923. s) Uebrigens scheint das üebermass des Besitzes nicht geschätzt zu werden: (עושר רובו קשה ומערכו יפה (גיטין ע׳.