Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 490 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jüdische Kulturromane u3w. 490 als einem in sie verliebten reichen Amerikaner nach New-York in Glanz und Reichtum zu folgen). * * 2c. Es bleibt ein grosses Rätsel: Allen Völkerschaften, den Polen, Tschechen, Jugoslaven, Griechen, Armeniern, dem letzten Kongostamme gönnt man ihr Selbstbestimmungsrecht, ihr Selbstbewusstwerden, ihren natürlichen, autonomen Trieb, sich eine Scholle zu schaffen, ein Land zu bauen, ihre eigene Kultur und Sprache zu bejahen. Das Judenvolk dagegen, das seinen Lebenswillen bekundet und daran geht, mit Schweiss und Blut das Land seiner Väter, auf das es niemals v e r - zichtet bat, aufzubauen, das Volk, das niemals Eroberungsgelüste gezeigt, das Volk, dem alle Völker geistig tributpflichtig sind — dies Volk wird gerade von der grossen Nation der Franzosen, die sich gerne den Hort der Schwachen und Entrechteten nennen hört, in seinem Streben nach Recht und Gerechtigkeit, in seinem Sehnen nach einem kleinen Fleckchen eignen Erdbodens verdächtigt, verkleinert, mit einem Lächeln getötet! Nationalistische Leidenschaften werden geschürt, die Araber zum Spielbail christlich-französischer Interessenpolitik gemacht, pseudohistorische Ansprüche werden ausgegraben, nur um dem jüdischen Volke den Lebensatem abzuschnüren. Bezahlte Agenten und Hetzapostel werden im heiligen Lande umhergeschickt, um Brüder gegen Brüder, Juden gegen Araber, die beiden gegen die Engländer aufzureizen. Warum? Warum? Wo liegt die historische Minderwertigkeit der jüdischen Rasse begründet? Wo liegt der Konstruktionsfehler? Muss es so bleiben, weil es b i s j e t z t so gewesen, dass das Judenvolk der Paria, die schutzloseste aller Nationen bleiben, dass es allen Fährnissen, allen Potentatenlaunen der Völker preisgegeben sei? Ist es gottgewollter Schicksalsschluss, an dem nicht zu rütteln ist? Hat der Rat der Völker ein Recht dazu, uns die Rolle des ewig Entsagenden, uns das Erbe des M e s s ianismus, der lediglich geistigen Führerschaft für die Allgemeinheit zuzuteilen, uns aber jeden, aber auch jeden Rechtstitel auf Eigenbesitz, auf Eigenleben, auf die eigene irdische