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Jeschurun · 1925-11-01 · Heft 11-12 (November 1925) · p. Seite 459

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 11-12 (November 1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 459 (sequence 33)
Language
German
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Die neuesten Kämpfe usw. 459 der hebräischen Sprache gedient habe, gibt mir den erwünschten Anlass, an ihn diese Frage zu richten: Wie sollen sich in diesein Falle, dass die hebräische Gestalt des A. Ts. erst nach der LXX, also erst nach ca. 250—1041) v. Chr. hergestellt worden wäre, die Anzeichen der Sprachetn Wicklung erklären, die sich im hebräischen A. T. beobachten lassen? Oder gibt es etwa keine solchen Anzeichen? Derjugin freilich sagt nichts von ihnen. Aber hier sei wenigstens an zwei solche Spuren erinnert! Als Ausdruck für das Wort ״ich“ steht bei dem anerkannt ältesten Schriftpropheten Amos 10 Mal anohhi und nur einmal 7ani, aber das Verhältnis der beiden Ausdrücke ändert sich allmählich bei den später darauffolgenden Schriftpropheten um. Denn z. B. bei Hesekiel verhalten sich beide zu einander wrie 1 zu 130, bei Haggai wie 0 zu 4, bei Maleachi wie 1 zu 52), in der Chronika wie 1 (in einer Parallelstelle zu einem älteren Satze!) zu 50. Ferner die anerkannt ältere Endung ün in der 3. und 2. Person Pluralis tritt von Gen. 3,3 an auf, aber keinmal in Esra, Nehemia, Chronika. Sodann finden sich hier ebensowenig noch die Reste der alten Kasusenduugen 6 und i (31, 39 usw.). Um jetzt mich nur mit diesen Proben von Material zu begnügen, das ja in seiner Vollständigkeit in meiner ״Einleitung ins A. T.a vorgelegt ist, sollen etwa die dadurch angezeigten Etappen der Sprachentwicklung in den aufeinanderfolgenden Jahrzehnten vcn ca. 250 bis 114 v. Chr. sich entfaltet haben? Davon kann keine Rede sein. Also auch der Parallelismus mit der durch die komparatiYe Betrachtung bestätigten Geschichte des Hebräischen, welcher sich im althebräischen Schrifttum bekundet, legt ein Veto gegen die Aufstellung Derjugins ein. Hiermit meine ich aber schon genug zur Widerlegung seiner These getan zu haben. Denn was kann er mit den Anklagen ausrichten, die er auch noch in seinem Schlusswort gegen die Wissenschaft von der Auslegung des althebräischen 9 Vgl. die Unterschrift unter dem griechischen Buch Esther. 2) Nachgewiesen in meiner ״Einleitung ins A. T.“, S. 877.

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