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Jeschurun · 1925-11-01 · Heft 11-12 (November 1925) · p. Seite 448

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 11-12 (November 1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 448 (sequence 22)
Language
German
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448 Die neuesten Kämpfe usw. gegen die ihnen geschenkte höhere Kultur und Freiheit (Exod. 32,1 ff. usw.; 16, 2ff.; Num. 11,4f.) ausgesonnen worden sei! Der Gipfelpunkt dieser Tendenzkonstruktion liegt darin, dass jene hellenistischen Fabrikanten der Vergangenheit Israel» auch den religiösen Hintergrund derselben sich ausgesonnen haben sollen. Diese hellenistischen Juden sollen nämlich nach Derjugin den Gedanken in die Welt gesetzt haben, Gott habe Israel als sein Volk ,heilig“ genannt und es dadurch vor allen anderen ausgezeichnet. Dieses Volk sei geheiligt und müsse sich daher von allem Ungeheiligten trennen (S. 21). Also was die Propheten, diese Heroen der erhabensten Religiosität und strengsten Moralität (Jes. 5, 20 f. usw.), verkündet und ihrem Volke als Idealismus vor die Augen gestellt haben, das sollerst hinterher der Geschichte Israels aufgemalt worden sein, und die Epigonen sollen die Abgesondertheit ihres Volkes erdichtet haben, die gerade der Punkt war, um des willen sie aufs schärfste angefeindet wurden! Nein, was einem Friedr. Delitzsch mit seinem Pamphlet ״Die grosse Täuschung״ nicht gelungen ist, das wird auch einem Derjugin nicht glücken. Der aus den Büchern des A. Ts. herausleuchtende Schicksalsgang: und Kulturberuf Israels ist in Tatsachen verankert. Auf seine blosse Einbildung und Tendenz ist also auf« gebaut, was Derjugin (S. 21) der hellenistischen Judenschaft zuschreibt: ״Die Kluft zwischen dem kultivierten Griechen und dem unkultivierten Juden muss ausgefullt werden. Das Judentum machte den Versuch, diese Kluft zu überbrücken. Die Brücke war die jüdische Literatur. Das Fundament der Brücke war der biblische Text.“ Uebrigens was für eine wackelige Brücke und welches morsche Fundament wäre da hergestellt worden! Oder ist nicht in dieser altisraelitischen Literatur 80 oft gegen die heidnische Kultur protestiert (Num. 23,9; Jes. 2,5 ff. usw.)? Welch schwächlicher Gedanke des neuesten Konstruktors der Kulturgeschichte ist ferner auch dieser, dass die blosse Altertümlichkeit den Wert einer Kultur ausmache! Uebrigens die griechischen Schriftsteller, ein Apion und andere, haben bald ihre Ansicht über die Richtigkeit dieses Gedankens

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