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Jeschurun · 1925-11-01 · Heft 11-12 (November 1925) · p. Seite 442

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 11-12 (November 1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 442 (sequence 16)
Language
German
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442 Die Einstellung des Amoraim usw. Achtung, indem er ehrerbietig vor heidnischen Greisen sich erhob45). Der aus Babel stammende grosse Schüler R. Jochanan’s, R. Elasar ben Pedat, spricht sich über das Verhältnis Israels zu den Völkern im Sinn des Meisters aus. Nur tritt bei ihm die Verpflichtung Israels für die Völker noch schärfer hervor als deren Bewertung. R. Elasar findet im Galut des jüdischen Volkes seine welthistorische Aufgabe der Verbreitung des G’ttesglaubens: ,,Gtt sandte Israel nur deshalb in die Verbannung unter die Völker, damit sich ihm Gerim anschliessen46). So wie Israel zur Zeit des Tempels als Priester der Menschheit für die Gesamtheit der Nationen am Sukkotfeste zu opfern hatte47), so bleibt auch nach der Zerstörung sein Priesterberuf und seine Pflicht, für die fortschreitende G’tteserkenntnis unter allen Völkern der Erde zu wirken. — Es ist dies eine Anschauung, die man mit dem so viel zitierten aber auch verhöhnten Ausdruck der Mission Israels bezeichnet hat. In uns heute peinlich berührendem Eifer für Apologetik hat man sicli an den Ausspruch R. Elasars geklammert, und als Reaktion gegen die übertriebene Bedeutung, die man der Apologetik beilegte, haben andere geglaubt, die Schale des Hohnes über die Verkünder der Mission Israels ausgiessen zu dürfen. Unsere Aufgabe ist es nicht, einseitig Aussprüche hervor- 45) Kid. 33 a. Der höfliche Umgang R. Jochanans mit der eingeborenen syrischen Bevölkerung ist wohl damit zu erklären, dass er sie nicht für eigentliche Götzendiener hielt. Der von seinem Schüler R. Chija bar Abba in seinem Namen tradierte Satz: ״Die Nichtjuden des Auslandes sind keine eigentlichen Götzendiener, sondernahmen nur die väterlichen Gebräuche nach“ (Chullin 13 b) will vielleicht den Begriff des Götzendieners, mit dem keine gesellschaftlichen Beziehungen unterhalten werden dürfen, auf jene sieben Völker beschränken, die das heilige Land vor der Eroberung durch Josua bewohnten. Die spätere Bevölkerung Palästinas wäre dann wie ausländische Nichtjuden, also nicht prinzipielle Götzendiener, zu behandeln. (Vgl. hierzu Rabed zu Hileh. Akum X, 6). 46) Pesachim 87 b. .אייו״ה הבי שבעים פרים כנגד מי? כבגד שבעים אומות (47

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