Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 426 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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426 Die sieben ägyptischen Hungerjahre לחומש in Abgeltung aller drohenden und vermeintlichen Boden- Sozialisierung nur 20 °/0 aller Erträgnisse fortab an den Staat abgeliefert werden müssen52). Zum Schlüsse darf vielleicht noch eine wirtschaftliche Episode aus der Bibelerzählung der letzten Hungersnotjahre gestreift werden, die — abgesehen von einigen wenigen beiläufigen Bemerkungen Raschi’s — von allen Midraschim, von allen Bibelkommentaren und vom Talmud unseres Wissens übergegangen wird. Es ist die Feststellung der Bibel, dass Josef bei der s. Z. regierungsseitig angeordneten Lebensmittelrationierung die der ägyptischen Priesterkäste von Alters her zukommenden Lebensmittelabgaben in keiner Weise schmälern liess und dass er weiter den Bodenbesitz dieser Priester bezw. die der ägyptischen Kirche gehörigen Ländereien von jeder vermeintlichen oder wirklichen Sozialisierung befreite (Kap. 47, V. 22 und 26). ln diesen wenigen Sätzen erweist sich der bisherige kluge Ernährungsdiktator und Sozialpolitiker Josef wiederum als Kirchenpolitiker und Staatsmann allerersten Formats. Man darf ohne weiteres annehmen, dass der מ Hebräer“ Josef, der aus seiner religiösen Einstellung als Monotheist Niemandem gegenüber — auch nicht den mit ihm gleichzeitig im Gefängnis Inhaftierten — ein Geheimnis machte, kein Uebermass von Sympathien für die 52) Von einzelnen Kommentaren wird in poetischen Wendungen die schreiende Undankbarkeit beleuchtet, mit der späterhin seitens der Aegypter diese grosszügige Intervention Josefs, durch die sie von der drohenden Leibeigenschatt errettet wurden, durch Bedrückung und Versklavung von Josefs Nachkommen heimgezahlt wurde. Es sei hier insbesondere auf die Fussnote meines Grossvaters, des בחל אשכול zu d9m Ballel-Verse הים ראה רנם verwiesen: גדול הטא מצרים במה שלא ידע את יוסף והיו כפויי טיבה ימצילם מרעב . . . והוא רע גדול סכת כל החטאים האחרים (Pessach-Hagada von Dr. B. H. Auerbach, Halberstadt 1871). Von ähnlichen GedaDkengängen ausgehend, glossiert der Baal Haturim die abscheuliche Undankbarkeit Pharaos gegenüber Josefs Enkeln, der — uneiDgedenk der Uneigennützigkeit und Rechtlichkeit, mit der ihr Ahne einst alle aus dem Getreideerlös erzielten Gold- und Silberbarren getreulich ״in das Haus Pharaos״ abgeliefert hatte — die Nachkommen dieses vorbildlichen Treuhänders der ägyptischen Finanzen bedrückte und misshandelte. Freilich erreicht den Pharao dafür späterhin bei den עשר מכות die gerechte Strafe unter Bezugnahme auf die Worte בשביל שלא זכר הטובות שעשה לו :ביתה פרעה יוסף והביא כל הכסף בביתו ע״ז בא הערוב תחילה //כיתה פרעה".