Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 425 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
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Die sieben ägyptischen Hungerjahre 425 Oel bis zu 3/4 des Ertrags abliefern müssen, and obendrein der Bauer für die Hälfte des Saatkorns and des Düngers sorgen muss. Wie käme Josef dazu, sofern in der Tat eine Sozialisierung von Land und Leuten vorgenommen worden wäre, dies neue Verhältnis mit der A blieferung von nur 20°/0 des Gesamteinkommens abgelten zu lassen*9)? Dem Ramban ist durchaus beizupflichten, nicht nur weil sonst der geschilderte Ausgang der Krise uns vollständig anverständlich bleiben würde, sondern auch weil dieser Schlusspunkt der Krise uns wieder zu deren Ausgangspunkt, zu den sieben Ueberschussjahren zurückführt, in welchen, wie oben erwähnt, auch die Grundeig entümer 20 % ihrer Ernten an die staatlichen Kornsilos abliefern mussten. Im Uebrigen war die gleiche Ablieferungsquote von 10 - 20 % aller geernteten Naturalien im Orient, insbesondere in der europäischen und asiatischen Türkei bis zum Weltkrieg vorgesehen50), ist die spätere jüdische Maasergesetzgebang im heiligen Lande im Wesentlichen auf die gleiche Ablieferungsquote von 20 % aufgebaut51) und endlich würde sich wohl den Herzen aller modernen Wirtschaftler der Gegenwart ein Stosseufzer der Erleichterung entringen, wenn in Zukunft der Staat sich mit Erhebung von nur 20 °/0 aller Einkommen aus Handel und Industrie zufrieden geben würde! Kein Wunder, dass die Aegypter, als ihnen dieser Pachtvertrag vorgelesen wird, in ein jubelndes הדדיתנו einstimmen und ihrem Ernährungsdiktator aus überquellendem Herzen dafür danken, dass וישם אותה יוסף לחוק עד דרום הזה על ארמי* מצרים לפרעה 49) In diesem Sinne bemerkt der Ramban: והנה ראוי שימול המלך שהוא אדון הקרקע ארבע הידות ואתם החמישית אבל אני אתחסד עמכם שת מלו אתם חלק בעל הקרקע ופרעה ימול החלק הראוי לאריס אבל תהיו קנלים לו שלא תוכלו לעזוב את הארץ. Ist dies etwas Anderes als eine überaus mässige und loyale Erbpacht? 50) VV1. Walter Lieran ״Die neue Türkei, wirtschaftliche Zustände und Aussichten“ Berlin 1928, S. 12: ״Noch schädlicher in ihren Wirkungen als diese Grundsteuer war der sogenannte ״Zehnt“ vom landwirtschaftlichen Bodenertrag. Dieser ״Zehnt“ — in Wirklichkeit betrug er über 12% — wurde nicht in baar erhoben, sondern nach der Ernte in natura entrichtet. Die Ernte musste solange auf dem Halm stehen bleiben, bis es dem Steuerpächter genehm war, zur Beitreibung der Steuer zu kommen“. 51) Die jüdische Maasergesetzgebung beruhte darauf, dass alljährlich מעשר ראשון, und ausserdem 2 Jahre hierdurch מעשר שני, im 8. Jahre מעשר עני, insgesamt also 20% aller Bodenerträgnisse abzuliefern waren. 6*