Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 418 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Rashi 1× ep/1002670
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48־ Die sieben ägyptischen Hungerjahre Dieser Sorge entstammt das Verlangen: ותן זרע ... והאדמה לא תשם, und um des זכוה יעקב willen gibt Josef diesem Ersuchen mit den Worten statt: ״ הא לכם זרע וזרעתם את האדמהHier habt Ihr Aussaat, bestellet damit Euer Erdreich!“ In gleichem Sinne kündet die Tosefta zu Sota: משירד (יעקב למצריים) מהו אומר הא לכם זרע וזרעתם את האדמה. Unter diesem Gesichtswinkel erscheint die erwähnte seltsame Raschideutung in einem ganz anderen Lichte. Der Ramban hat Raschi missverstanden, wenn er als seine Meinung annimmt, dass mit dem Eintreffen des Stammvaters ein סילוק הרעב, ein völliges, abruptes Ende der Hungersnot erfolgt sei. סילוק ist etwas ganz Anderes als das, was Raschi mit den Worten כלה הרעב andeuten will. Wir sprechen beispielsweise bei der letzten תקיעה am יום הכפורים von einem סילוק השכינה oder wir danken der Vorsehung, dass sie uns den ״סליקא לה״ einer מסבתא beschieden hat. Hier spricht Raschi nur von einem בלה היעב, von einem langsamen Dahinschwinden der Hungersnot (substantivisch: בליון) und kündet uns damit nichts anderes, als dass um des זכות seines Vaters willen Josef entgegen seinem ursprünglichen Vorhaben wieder Saatgut zur Bodenbestellung landwirtschaftlich ertragsreich bestellte Grundflächen, die jetzt als Bauterrains Gegenstand der Spekulation geworden sind, verunkrautet liegen sehen. Diese Oedländereien pflegen allerdings, wenn sich die Terrain׳ Spekulation als falsch erweist, wieder der Neubestellung zugeführt zu werden, liefern aber dann in den ersten Jahren der Neubewirtschaftung regelmässig überaus geringe Erträgnisse. Es sei — so wird mir versichert — völlig irrig zu glauben, dass auf solche Weise etwa der Boden ausruhe und dann besonders gute Erträgnisse zeitige. Dadurch, dass die Bakterientätigkeit durch Düngung und Bearbeitung Jahre lang ruht, erschlaffe die Bodentätigkeit empfindlich. Ein nach die3er Richtung hin geradezu klassisches Beispiel biete bei uns in Bayern die Fläche des ehemabgen Truppenübungsplatzes Hammelburg, bei dem es erst jetzt mit Aufwand riesger Maschinenapparate nach 4jähriger intensivster Arbeit gelungen sei, wieder einigermassen erträgliche Ernten herauszuwirtschaften, trotzdem dieser Boden, bevor er als Truppenübungsplatz Verwendung gefunden bat, schwerer landwirtschaftlicher Boden von bester unterfränkischer Bonität war. Man begreift unter diesen Umständen den Umfang des Entsetzens, das die Aegypter bei der Ankündigung der Botschaft packt, dass sie noch 5 Jahre hindurch ihre Felder nicht bestellen sollen!