Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 417 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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Die sieben ägyptischen Hungerjahre 417 nicht, die den Aegyptern den Angstschweiss auf die Stirne treibt, die ihnen den Schreckensruf abpresst: ונחייה ולא נמות, einen Schrei, den wir in Kap. 42, V. 2 mit Recht vom Stammvater in Kanaan vernahmen, aus einem Lande, in dem keinerlei Getreidereserven angesammelt sind. Die Todesangst der Aegypter gilt etwas ganz Anderem als der Sorge, ob genügend zu essen vorhanden oder nicht; sie entstammt dem Alpdruck, dass, wenn jetzt kein Saatgut regierungsseitig herausgegeben, d. h. also wenn jetzt das Erdreich nicht von Neuem besät und gepflügt werde, האדמה, der Erdboden (es heisst wegen der in Aussicht stehenden Sozialisierungsgefahr absichtlich nicht אדמתנו, unser Erdboden, sondern nur der bisher unser Eigentum bildende Erdboden) zur שממה, d. h. zur Wüste und Oede werde. Nur diese Angst vibriert in den Gehirnen der Bevölkerung und sie stützt sich auf die Tatsache, dass ihr Ernährungsdiktator, dessen Worte bisher stets zur Wahrheit und Wirklichkeit wurden, den Kassandraruf in die ()Öffentlichkeit dringen liess: כי עוד חמש שנים אשר אץ חריש וקציר. Ist es da nicht naheliegend, dass die Aegypter von der Zwangsvorstellung befallen sind, dass ihr früher so fruchtbares Erdreich, während dieses Septennats aller landwirtschaftliehen Kultur und Pflege beraubt, zur völligen Wüstenei werde42); kann es uns wundern, dass sich ihnen beim Empfang der Nachricht, dass auch im 7. Jahre noch keine Bodenbestellung erfolgen soll, die bange Frage aufdrängt: מ מד. נאכל בשנה השמיניתWomit sollen wir uns nach Abschluss der Hungersnot, also im 8. Jahre, wenn aus Aegyptens Erdboden eine grosse Wüstenei geworden, den» eigentlich ernähren43)? Was soll dann aus unserem armen Lande werden?״ i2) Was eine שממה gerade für Mizrajim bedeutet, weiss der Prophet Jecheskel in Kap. 29, V. 8—12 in den düstersten Farben zu malen. 48) Mit aller Entschiedenheit muss einem sich etwa aufdrängenden Entwand gegen unsere Erklärung nach der Richtung hin entgegengetreten werden, als ob eine siebenjährige Pause in der landwirtschaftlichen Bodenbesteliung dem Ackerland nicht nur nicht schade, sondern ihm neue Kräfte und gesteigerte Ertragsfähigkeit zuführe. Eine solche Annahme ist, wie mir von ersten landwirtschaftlichen Autoritäten versichert wird, durchaus abwegig. Derartige, mehrere Jahre nicht kultivierte Bodesflächen werden zur Unkrautwüste, wie wir in der Nähe jeder Grosstadt ehemals