Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 413 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Die sieben ägyptischen Hungerjahre 418 Jisachar und Benjamin bestimmt 38), erklären die Neuankömmlinge, dass sie nur לגרר בארץ, d. h. also als Gäste und vorübergehend sich Auflialtende der Einladung Pharaos gefolgt seien, weil schon im Hinblick auf ihre zahlreichen Viehherden, die starke Futter- Vorräte erheischen, die jetzigen misslichen und völlig ungeklärten Wirtschaftsverhältnisse in Kanaan wie in Aegypten endgültige Uebersiedelangsentschlüsse derzeit unmöglich machen. Dem klugen und staatspolitisch orientierten Aegypterkönig ist mit dieser Absicht der Brüder Josefs in Aegypten, fortab die Rolle eines nicht dauernd ansässigen, nomadisierenden Hirtenvolkes zu spielen, herzlich wenig gedient, weil er die wohlhabenden, intelligenten, strebsamen Brüder seines Ernährungsdiktators als gleichberechtigte Staatsbürger seinem Untertanenverband an- und eingliedern, ihr Hab und Gut fortab dauernd an die ägyptische Wirtschaft fesseln will. Er weist daher sofort Josef nochmals in bestimmter Form an: במיטב הארץ הושב את אביך ואת אחיך im besten Teil des Landes sollen sich niederlass e n dein Vater und deine Brüder, und um jedweder zukünftigen Auswanderungsabsicht vorzubeugen, berichtet Kap. 47, V. 11: ויתן להם אחוזה בארץ מצרים, dass Josef für Vater und Brüder dauerndes Besitztum in Aegypten erwerben musste, um sie aus גרים zu תושבים, zu fest im Lande niedergelassenen, mit dem Wirtschaftsleben ihrer neuen Heimat auf Gedeih und Verderb verbundenen Vollbürgem heranzuziehen39). 88) Vgl. hierzu Raschi zu Kap. 47, V. 2 ומקצה אחיו. מן הפחותים שבהם לגבורה שאם יראה אותם גבורים יעשה אותם אנשי מלחמתו. 89) In Pharaos Fusstapfen tritt im Jahre 1655 Preussens Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der nach dem Edikt von Nantes alles aufbistet, um die aus Frankreich wegen ihres Glaubens Geflüchteten (Refugies) dauernd an die preussische Wirtschaft zu fesseln und aus ihnen Vollbürger für das zukünftige Preussen Friedrich des Grossen zu erziehen. — Wenn übrigens in der Gegenwart die jetzige spanische Regierung nichts unversucht lässt, um die derzeitigen Spaniolen des Orients als Nachkommen der im Jahre 1492 aus Spanien vertriebenen Juden wieder zur Rück- Wanderung in ihre einstige Heimat zu bestimmen, so wird auch diese Politik nicht am der schönen Augen der Juden willen, sondern aus der Erkenntnis heraus betrieben, dass die Angliederung dieser geistig und ökonomisch hochstehenden ehemaligen spanischen Juden einen wertvollen Gewinn für die spanische Wirtschaft bedeutet.