Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 395 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Alter des phönikischen Alphabetes 39& zur Bildung des eigenen Alphabetes nach dem bekannten Prinzipe sich ein Zeichen willkürlich aus den Hieroglyphen aussuchte. Einen Gegner fand die Theorie von dem ägyptischen Ur- Sprunge der Sinaischrift an Robert Eisler, der in seinem Buche: ״Die kenitischen Weihinschriften im Bergbaugebiet der Sinaihalbinsel1919) ״) die Ansicht vertrat, es handle sich um ein Alphabet babylonischen Ursprungs, das später durch Priester und Beamte, die mit dem Aegyptischen vertraut waren, allmählich ägyptisiert worden sei. F. W. von Bissing übt in seiner Schrift: ״Die Datierung der Petrieschen Sinaiinschriften״ Kritik an den Zeitansetzungen seiner Vorgänger in der Erforschung der Sinaiinschrift. Die Werke der Bildhauerkunst unter den Denkmälern weisen in das neue Reich, am wahrscheinlichsten nicht vor das Ende der XVIII. Dynastie. In seinem Buche ״Althebräische Inschriften vom Sinai״ (1923) versucht Hubert Grimme über alles bisher bei Inlerpretation der Sinaiinschriften Geleistete hinauszukommen, indem er alle erkennbaren Zeichen lesen und den Inhalt der Inschriften übersetzen und auslegen zu können glaubt. Im Gegensatz zu Gardiner und Sethe leitet Grimme die Sinaischrift aus dem Hieratischen, der ägyptischen Kursivschrift, her. Er führt als Beweis an, dass die Zeichen, die im Sinaitisehen noch bildlich geformt sind, gerade diejenigen sind, die auch im Hieratischen noch vom Hieroglyphischen her bewahrt sind.— Dass der Verfasser der Inschriften mit der ägyptischen Schrift und Kultur vertraut war, ersieht Grimme aus der Tatsache, dass sich an einem der Denkmäler, der Sphinx, 80wohl sinaitische als auch hieroglyphische Zeichen befinden, und zwar in gleicher Ausführung. Es müsse hier eine Bevölkerung gelebt haben, der beide Schriften geläufig waren. Während Sethe die Sinaischrift für ״relativ jung״ erklärt, will Grimme den Ausdruck in ״absolut jung“ umgeändert wissen. Der Duktus der Schrift lässt ihn annehmen, dass die Erfindung der Schrift und die Abfassung der Inschriften zeitlich zu- 8ammenfallen.