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Jeschurun · 1925-09-01 · Heft 9-10 (September 1925) · p. Seite 393

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 9-10 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 393 (sequence 59)
Language
German
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Das Alter des phönikischen Alphabetes 893 ägyptischen Bergbauexpeditionen zum Sinai kamen. Bei der Entzifferung der Schrift ,will er zum Vergleiche herangezogen haben die ägyptischen Hieroglyphen und ausser den phönikischen Zeichen auch die Namen der nordsemitischen Buchstaben, aus denen wir manche Schlüsse auf die ursprüngliche Gestalt der Zeichen ziehen können. Die Zeichen haben sich im Laufe der Zeit ungleich verändert, so dass manche dem von ihrem Namen bezeichneten Bilde mehr entsprechen, manche weniger oder garnicht. In dem letzteren Falle sei es aber kaum richtig, schliessen zu wollen, dass der Name entstellt sei. Es spräche die Tatsache vielmehr dafür, dass die Namen alt seien, älter als die Form, da sie sonst ihr entsprechend gewählt worden wären. Gardiner findet mit den genannten Hilfsmitteln etwa 150 verschiedene Zeichen, in denen er aber nur 32 verschiedene Typen sieht. Daraus schliesst er, dass es sich um eine Konsonantenschrift handle. Eine mehrmals wiederkehrende Gruppe von vier Zeichen liest er בעלת Ba’alt. Dieses ist der semitische Name der Göttin Hathor. — Zu weiteren Lesungen kommt Gardiner nicht. — Die Zeit der Entstehung der Inschriften fallt nach Gardiner in das 15 te vorchristliche Jahrhundert. Die Schrift will er nicht unbedingt als die direkte Vorstufe des phönikischen Alphabets ansehen, aber, ״if the new Sinaitic script is not the partieular script from which the Phoenician and the South- Semitic-alphabets are descended, I can see no alternative to regarding it as a tentative essay in that direction, which at all events constitutes a good analogy upon which the Egyptian hypothesis can be argued״. Gardiners Arbeit wird ergänzt durch die Forschungen von Cowley und Sayce. Ueber ihre Ergebnisse berichtet Cowley in dem gleichen Hefte des ״Journal of Egyptian Archaeology“ in seinem Artikel, ״The Origin of the Semitic Alphabet״. Cowley findet 22 Buchstaben, also ganz entsprechend dem phönikischen Alphabete, mit deren Hilfe er 14 Wörter liest. Im folgenden Jabre veröffentlichte Kurt Sethe in den Nachrichten der Göttinger Akademie eine Schrift: ״Die neuentdeckte Sinaischrift und die Entstehung der semitischen Schrift״.

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