Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1925-09-01 · Heft 9-10 (September 1925) · p. Seite 392

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 9-10 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 392 (sequence 58)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2292929-2293034-2293040--07866-2301148
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

392 Das Alter des phönikischen Alphabetes Schülers de Rouge zitierte Meinung, dass die Erfindung des Alphabets auf Aegypten zurückgehe, ״c’est-ä.dire d’un certain nombre de figures pour exprimer les diverses articulations dont se compose la parole“ 1). Doch fehlte zur näheren Betrachtung dieses Problems die Kenntnis einer oder mehrerer Schriften, die Zwischenstufen in der Entwicklung von den ägyptischen zu den ältesten und bekannten phönikischen Zeichen darstellten. Da wurden in den Jahren 1904 und 1905 auf der Sinaihaibinsel neue Funde gemacht, die scheinbar die Lösung des Problems brachten. Der Fundort war das der Göttin Hathor und dem Gotte Sapdu geweihte Heiligtum in Serabit-el-Haäem. Hier fand der englische Aegyptologe Flinders Petrie bei seinen Ausgrabungen eine Anzahl von Denkmälern, auf denen sich Inschriften in einer unbekannten Schrift befanden, die eine solche Aehnlichkeit mit der ägyptischen hatte, dass man sie auf den ersten Blick für eine ungeschickte Nachahmung derselben halten könnte. Aber schon Petrie 2) erkannte, dass es sich um eine besondere Schrift handle, die er hielt für ״one of the many alphabets which were in use in the Mediterranean lands long before the fixed alphabet selected by the Phoenicians״. Seioe Datierung der Inschriften um 1500 d. ü Z. begründet er mit mehreren Beobachtungen am Materiale und dem Stile der Ausführung, die, wie er selbst zu gibt, jede einzeln nichts weniger als ein ausreichendes Beweismaterial bilden. Doch glaubt er, dass ihr Zusammenfallen die Datierung sicherstellt. Er hat schon einiges allgemein Charakteristische dieser Schrift festgestellt. Doch hat er sich nicht ihrer eingehenden Erforschung gewidmet. Den ersten bedeutenden Entzifferungsversuch machte Alan H. Gardiner in seiner Schrift ״The Egyptian Origin of the Semitic Alphabet״, die im Jahre 1916 im ״Journal of Egyptian Archaeology“ erschien. Nach Gardiners Ansicht stammen die Inschriften von Semiten, die zur Zeit der XII. Dynastie mit *) De Rouge: Memoire sur l’origine egyptiemie de l’alphabet phenicien. Paris 1874. 2) Researches in Sinai, pp. 129—132. London 1906.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.