Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 371 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Kulturromaiie usw. 871 die siegreiche Abwehr der Tatarenangriffe auf Ungarn im Mittelalter.) Dieser geschmackvolle Vergleich der Tatarenflutungen mit der Einwanderung galizischer Judenfamilien in Ungarn ist das Schibboleth, unter dem das ganze Buch geschrieben ist• Die Vorwürfe, die der Verfasser der ungarischen Gesamtjudenheit im Verlaufe des Buches macht, zeichnen sich weniger durch Originalität als durch ihre Ungeheuerlichkeit aus. Ungarn, so wird in breiten ״Kulturschilderungen״ ausgeführt, das ist das Eldorado, das Goldland für jenen Strom von galizischen Aus- Wanderern gewesen, die sich wie Ungeziefer, unausrottbar und überall einnisten, die seit 1848, nachdem man die kleinen adligen Gutsbesitzer zugunsten der Kleinbauern enteignet hatte, allmählich über diese in Schulden geratenen Gutsbesitzer herfielen, sie langsam ihres Besitzes beraubten und die arbeitsungewohnten Landjunker aus ihrem angestammten letzten Besitz verdrängten. So seien die Landgüter allmählich jüdischer Besitz geworden. Aber nicht genug damit: Reich geworden durch dieses Aussauger־ und Schuldnersystem, zogen sich diese Hyänen in die Grosstadt, nach Budapest zumeist, wo sie ihren Beutezug methodisch fortsetzten und nach und nach Handel und Finanzen, Presse und Parlament, das ganze Geistesleben völlig in ihre Krallen bekamen1). Einen breiten Raum in diesem ״ Kulturkunde-Buche “ nimmt die famose Schilderung des ״maison Orczi“ (das berühmte Ürczi-Haus in Budapest) ein: Hier ist die Hochburg des bisweilen zur Hochflut anschwellendenEinwandererstromes galizischer Juden. Hier sind diese Juden unter sich, hier wohnen über fünfhundert Parteien, hier haben sie ihre Synagoge mit ihren heimatlichen Gebetriten, ihre rituellen Bäder, Schlachtereien, ihr Cafe, das ihre schwarze Börse vorstellt. — Doch bald verlassen diese Fremdlinge den engen Kreis ihrer Landsleute, sie machen ״ein Geschäft“, gehen zum nächsten Kleiderhändler und lassen sich ausstaffieren, kennen ihre eigene Landsleute 1) Ils (les Juifß) devinrent avocats, medecins, professeurs. Et la banque, l’industrie, tout le haut commerce de Pest tomberent aux mains d’Israöl (p. 86).