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Jeschurun · 1925-09-01 · Heft 9-10 (September 1925) · p. Seite 368

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 9-10 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 368 (sequence 34)
Language
German
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368 Jüdische Kulturromane u5w. 3. Band: Quand Israel est roi (Wenn Israel regiert). Bedenklich tendenziös, ja teilweise von ausgesprochen antijüdischem Geiste diktiert scheinen die Bände drei und vier des Romanwerks zu sein. Schon der Titel des 3. Bandes ist verräterisch: Wenn Israel regiert, das schmeckt bedenklich nach ״jüdischer Internationale״ und ähnlichen Fanfarenrufen. Man muss es von vornherein aussprechen: Das Buch ist das Produkt politischer Tagesmeinungen, und fällt als solches aus dem Rahmen literarischer Bewertung, muss aber wegen seiner nicht unbedenklichen, ja fast gefährlichen Tendenzen einer Besprechung gewürdigt werden. Es ist tief bedauernswert, dass unselige hetzpolitische Strömungen den objektiven Blick der Verfasser derart zu trüben imstande waren. — Man kann aus Liebe zu einem Volke oder aus Sympathie oder aus künstlerischem Interesse ein satirisches Werk schaffen, Fehler eines Volks geissein, Misstände anprangern. Schon seit jeher haben Grosse des Geistes die übersteigerte Geldliebe der Juden zum Gegenstand der Satire gemacht. Hier hat Shakespeare der Grosse allen kleinen Schreibern leider die Wege gewiesen. Während aber dieser Geistesriese selbst diese Schwäche des jüdischen Volkes ins Tragische gewendet und seinem Shylock Menschliches und Adliges nicht versagt hat, auch seine eignen Glaubensgenossen mit seiner satirischen Geissei nicht verschonte — haben seine Nachtreter vom sechzehnten bis neunzehnten Jahrhundert in schematischer Ableitung dieses einen Geldgeizmotivs nichts als Karikatur und geistesarmselige Mache hervorgebracht und den Juden bis zur tiefsten Gemeinheit und Niedertracht sinken lassen1). Man muss sich immer wieder wundern, mit welch geringen Geistesmittel all diese Schmäh- Schriften bestritten werden, welch läppische, lächerliche und kunstwidrige Uebertreibungssucht und Motivarmut aus all diesen Versverklitterungen und Zeichnungen spricht, von der barbarischen Lieblosigkeit ganz zu schweigen. (Eine einzige satirische Komödie *) S. Näheres bei E. Fuchs, Die Juden in der Karikatur, s. besonders S. 167 f: Die literarische Satire.

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