Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 351 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- Origen 1× ep/1025440
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Die neuesten Kämpfe u8w. 351 Die Frage wird von Wutz nicht etwa ausdrücklich aufgeworfen und allseitig erörtert, aber wenigstens gestreift. Auf S. 110 bemerkt er, dass man bei der Herstellung der LXX ״auch anscheinend einen neuen Transkriptionstext angelegt hat, wenigstens legt das der Aristeasbrief nahe, wenn er erklärt (§ 15 Wendlandt): Die Absicht der königlichen Bibliothek sei es, 0ü jjlovov [Asxaypa^at aXka xai Stspp/yjvsoaai. Der Ausdruck kann hier sicherlich nur besagen ״״transkribieren““ im Gegensatz zu ״״übersetzen“״. Aber die Richtigkeit dieser Auslegung ist in mehr al3 in einer Hinsicht fraglich. Denn schon an und für sich kann gemeint sein ״nicht nur abzuschreiben (eine neue Abschrift nach einem korrekten Exemplar anfertigen zu lassen)1), sondern auch zu übersetzen.״ Ausserdem begegnet, was Wutz nicht erwähnt, im § 9 und 10 das Substantiv p.£xaYpacp7j im Sinne von ״Abschrift“. Auch dies spricht dafür, dass psTcqpa^ai in § 15 den Sinn von ״eine neue Abschrift herstellen“ besitzt2). Oder ist die Existenz solcher ״Transkriptionstexte“ sonstwo im Altertum erwähnt? Wutz kann auch auf S. 145 keinen Beleg dafür bringen, aber hilft sich mit der Behauptung: ״Es ist ganz gut möglich, dass man davon nicht sprach, weil es jeder Fachmann noch wusste.“ Diese schon an sich prekäre Ansicht wird noch gewagter, weil er selbst bemerken muss: ״Sicher dürfte sein, dass Origenes keine Ahnung mehr hatte von dem wirklichen Stand der Dinge“ (ebenda). Nun das ist ein schlimmes Zeugnis gegen die Existenz solcher Transkriptionstexte. Origenes war ein höchst unterrichteter Mann. Und schreibt Wutz eine Kenntnis davon mit Recht Hieronymus zu? Dieser bemerkt zu ערש־ tspst^ (Am. 3,12) ״iuxta 0“ ״״sacerdotes״“, in Hebraeo non habetur, sed pro hoc verbo [= Wort] legitur ares . . . ,et puto, 0' ipsum verbum posuisse hebraeum, quod quidam non intelligentes pro ares legerunt tspsu.“ Darüber urteilt Wutz, *) Mit ״abschreiben“ ist das Wort auch wiedergegeben bei Kautzsch, Apokryphen und Pseudepigraphen, Bd. 11,6. 2) So urteilen übrigens auch schon Joh. Fischer, Das Alphabet der LXX-Vorlage im Pentateuch (1924), und P. Riessler in der Tübinger Theologischen Quartalschrift (L924), 299.