Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 350 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293034-2293040--07824-2301106- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Origen 1× ep/1025440
OCR text
350 Die neuesten Kämpfe usw. Er behauptet, dass die Uebersetzung des althebräischen Schrifttums in die griechische Sprache nach Handschriften gemacht worden sei, die den hebräischen Wortlaut in griechisehen Buchstaben dargeboten hätten, und die von ihm ״Transkriptionstexte״ genannt werden. Dies versichert er in immer neuen Wendungen, wie er es überhaupt liebt, seitenlang Behauptung an Behauptung zu reihen, ohne den Beweis dafür zu erbringen, und glänzende Perspektiven auf den Nutzen seiner Entdeckung auszumalen, die für den Leser vor der Beweisführung fraglich bleiben müssen. So macht er es auch z. B. auf S. 7. Dass Codex B oder Vaticanus, dessen Text übrigens erst von Gen. 46,27 an erhalten ist, ״das ältere System (von Transkription nämlich) repräsentiert״, muss der Leser schon wieder auf Wutzes blosse Versicherung hin annehmen, und der Strom der blossen Behauptungen wälzt sich auch auf S. 8 noch immer weiter dahin. Doch treten wir ihm nun mit der Erkundigung nach ihren Grundlagen entgegen! 1. Bei der Frage nach der Begründetheit seiner neuen Annahme sucht das forschende Auge natürlich zunächst nach direkten Zeugnissen von der einstigen Existenz solcher ״Transkriptionstexte״. Bei Wutz nun lesen wir die Behauptung, dass solche Transkriptionstexte ״von derZeit des 3. bis 4. Jahrhunderts v. Chr. bis mindestens in die Tage nach Origenes (vermutlich Hieronymus) überall als eine wohlbekannte, ja geradezu selbstverständliche Ergänzung des hebräischen Konsonantentextes betrachtet wurden״ (S. 5). Aber a) wenn solche Texte überall existiert hätten, müsste man doch erwarten dürfen, dass Exemplare oder wenigstens Fragmente von ihnen noch erhalten wären. In der neueren Zeit sind doch so viele Reste alter Literatur auch vom biblischen _ Gebiete gefunden worden, wie z. B. in der Geniza (d. h. Verbergungsstätte) Alt-Kairos,"aber dass ein solcher ״Transkriptionstext“ eines Bestandteils der altbebräischen Bibel entdeckt worden sei, habe ich noch nicht gehört. Oder ist das Vorhandensein solcher Transkriptionen nur wenigstens irgendwo erwähnt?