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Jeschurun · 1925-09-01 · Heft 9-10 (September 1925) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 9-10 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 346 (sequence 12)
Language
German
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346 Leben, Natur, Religion erforscht und gekläit, alle in ihm enthaltenen Gesetzmässigkeiten restlos dargestellt. Freilich werden ihm eine Reihe von Tatsachen auffallen, die ihren Grund in der Natur der (ihm musikalisch verschlossenen) Melodie haben. Er wird sich fragen, warum auf eine Schwingungszahl (Tonhöhe) eine bestimmte andere folgt, warum die Lautstärken der Töne so und nicht anders variieren, weshalb die Töne wie auch die Pausen stets gewisse (verschiedene) Zeitdauern haben — gerade wie wir uns fragen können, warum der Mensch für gewisse Energieformen (Schall, Licht) unmittelbare Sinne besitzt und für andere (elektrischen Strom) nicht, warum die Anziehung der Schwerkraft usw. gerade der zweiten (oder doch einer sehr wenig davon verschiedenen) Potenz (d. h. dem Quadrat) der Entfernung umgekehrt proportional ist, weshalb so viele Tiere nur durch die Tötung anderer Tiere ihre Nahrung finden können usw. Unser beobachtender Naturforscher wird indess jene Fragen nicht tragisch nehmen. Er wird sich nämlich sagen, er habe den ganzen Vorgang nach all seinen Gesetzmässigkeiten kausal und quantitativ völlig geklärt; die Annahme, dass noch eine weitere Gesetzmässigkeit mit hereinspiele, sei also schon deshalb abzuweisen, weil dann durch den Hinzutritt neuer Energien usw. eine Störung der Energierechnung usw. auftreten müsste, die seiner Untersuchung nicht hätte entgehen können; daher seien neben den von ihm bemerkten Einflüssen weitere Einwirkungen ausgeschlossen und die Folge der beobachteten Schwingungszahlen mit ihren Zwischenräumen (die Melodie) sei eben eine „absolute Gegebenheit*, die überhaupt keine kausalen oder anderen Zusammenhänge aufweise. Auch das Auftreten der nämlichen Melodie bei einem anderen Mal wird ihm zwar als „unbegreiflicher Zufall“ Vorkommen, nicht aber seine Schlüsse erschüttern können, die eben ausgehen von der (auf die musikalische Komposition einer Melodie offenbar nicht zutreffenden) Grundanscbauung, dass alles auf naturgesetzliche Veränderungen zurückzuführen sei. Wir, die wir den Irrtum unseres Beobachters erkennen, werden daraus lernen: werden die Gesetzmässigkeiten (in der

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