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Jeschurun · 1925-09-01 · Heft 9-10 (September 1925) · p. Seite 347

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 9-10 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 347 (sequence 13)
Language
German
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Leben, Natur, Religion 347 mathematischen Naturwissenschaft: die Differential^IeichungeD) eines Prozesses quacitativ festgestellt, so wird damit nur über die in der Rechnung vorkommeaden und etwa gleichartige Grössen etwas ausgesagt; es ist also niemals auszuschliessen, dass beim nämlichen Prozess noch Einwirkungen anderer (naturgesetzlicher oder sonstiger) Art stattgefunden haben, vielmehr ist immer noch Raum für Wirklichkeiten anderer Natur. Daraus aber, dass auch für unsere eigene Naturbeobachtung sich in Hülle und Fülle „letzte Gegebenheiten“ zeigen, werden wir nun das Recht ableiten zu folgern : wir schliessen auf eine Gesetzmässigkeit fremder Art, welche die uns zugänglichen Erscheinungen der Natur beeinflusst. Wir handeln damit nicht anders als unser unmusikalischer Naturforscher, wenn er aus den in der Melodie sich offenbarenden absoluten Gegebenheiten vorsichtigerweise auf die Existenz von etwas ihm Uebernatürlichen (der Musik) schliesst. Insbesondere wird an dem behandelten Beispiel klar, dass die fremde Wirklichkeit keineswegs den naturgesetzlichen Zusammenhang zu stören braucht; die Naturgesetze selbst werden durch sie gar nicht beeinflusst. So kann denn der Naturforscher namentlich auch über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von seelischen Prozessen oder „Lebenskräften“ neben den von ihm registrierten Vorgängen nichts Schlüssiges aussagen. Ja sogar die Möglichkeit einer — naturgesetzlich nicht kontrollierbaren — gegenseitgen Beeinflussung und Abhängigkeit der beiden, so verschiedenen Sphären angehörigen Vorgänge liesse sich am Beispiel des Harfenspiels dartun. Es lehrt uns, dass viele von der Wissenschaft mit Recht (nämlich innerhalb ihrer Domäne) als sinnlos erklärte Fragen sogleich sinnvoll werden, wenn eben Zusammenhangsbereiche ganz anderer Art zugelassen werden. Natürlich weist das angeführte Beispiel im Hinblick auf unsern Zweck mancherlei Mängel auf; doch können andere Beispiele, die ihm gegenüber den einen Vorzug und den anderen Nachteil besitzen, hier nicht angeführt, vielmehr muss dafür auf

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