Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 340 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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340 Leben, Natur, Religion. innerlichen Verarbeitung des Buches aneifern, wenn ich nachstehend in freier Behandlung zweier einzelner Gedankengänge Dessauers zeige, in welchem Geist und zu welchem Ziel des Verfassers Ausführungen streben. Besonders der zweite dieser Gedankengänge dürfte in der besonderen Art seiner Durchführung eine neue und höchst anregende Idee darstellen. * * * In der Naturwissenschaft fällt schon dem oberflächlichen Betrachter der scheinbar unvermittelte Gegensatz zwischen reversiblen (umkehrungsfähigen) und irreversiblen Vorgängen auf. Heben wir z. B. unter Aufwand einer gewissen Energiemenge eine Last um einen bestimmten Betrag in die Höhe, so ist dieser Prozess umkehrbar (reversibel) in dem Sinn, dass beim Herabfallen der Last wieder der nämliche (aus der * potentiellen“ in die „kinetische“ Form übergehende) Energiebetrag frei wird; man erkennt dies etwa daran, dass man durch das Herabfallen mittels einer Rolle eine gleich schwere Last heben, auf einer Drahtseilbahn einen gleichschweren Wagen emporziehen kann. Ein typisches Gegenstück: ist neben einem kühlen Zimmer von etwa 100 Lufttemperatur ein Nachbarzimmer, das allseits (namentlich gegenüber dem ersten Zimmer) durch wärmeundurchlässige Wände und Türen abgeschlossen ist, durch Heizung auf 20 0 erwärmt, so kann dieser Temperaturunterschied dauernd (in praxi wenigstens geraume Zeit) bestehen bleiben; öffnet man aber die Türe zwischen beiden Zimmern, so wird, wie kein Mensch bezweifeln dürfte, der Kontrast nicht etwa fortbestehen oder gar sich verschärfen, sondern es stellt sich ohne äussere Einwirkung unter Erwärmung des kühlen und Abkühlung des warmen Zimmers verhältnismässig rasch dieselbe mittlere Temperatur in beiden Zimmern ein; dieser Vorgang des Ueb ergangs von Wärme vom wärmeren auf den kälteren Körper ist aber nicht umkehrbar, d. h. es ist ohne besonderen Energieaufwand von aussen her nicht möglich, nach Herstellung des Ausgleichs wieder umgekehrt, unter Entzug von Wärme aus dem einen Zimmer (bei