Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 339 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Leben, Natur, Religion 339 Philosophen ihre Probleme vielfach in einer ausser ihrem engsten Kreis unverstandenen Richtung und Methode verfolgen und daher von den „Menschen des Lebensdienstes“ und den Naturwissenschaftlern, ja selbst von anderen Gruppen ihrer Fachgenossen durch eine schier unüberbrückbare Kluft getrennt leben und schaffen: durch immer wieder erneutes Hineindenken in die Auffassungen anderer und noch mehr durch selbstgeschlagene Brücken von den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Grundfragen des Seins und Sollens versteht er es, vielseitiger, ernster und originaler als* wohl irgend ein zeitgenössischer Autor in die verschiedensten Regionen des bezeichneten Grenzgebiets einzudringen, wobei natürlich ein Anspruch auf irgendwelche systematische Vollständigkeit nicht erhoben werden kann und soll. Einen Ueberblick über die behandelten Fragen, die keineswegs bloss in der Einflusssphäre der exakten Naturwissenschaft verbleiben, hier zu geben wäre zwecklos. Einige Stichworte mögen die Reichhaltigkeit des Inhalts bezeichnen: da ist die Rede von der allmählichen Ausschaltung des göttlichen Gesetzes als Richtschnur öffentlichen Handelns und von den im „Wirklichkeitstaumel“ gelegenen Gründen dafür; von den Unterschieden der „Wirklichkeit“ (Ding, Naturgesetz, Forschungserlebnis, der Erfahrung unzugängliches Wirkliches) und von der Möglichkeit von Gesetzmässigkeiten jenseits der naturwissenschaftlich erfassbaren („Lebensprinzip“, Schalt- und Reguliervorgänge, Richtkräfte analog dem magnetischen Kraftfeld), woraus die Vereinbarkeit einer „übernatürlichen Ordnung der Wirklichkeit“ mit jeder naturwissenschaftlichen Erfahrung folgt; vom Willensentscheid als „Resultierender“; von Kultur und Krieg und der Bekämpfung des Uebels; von Zufall, Wahrscheinlichkeit und Kausalität; von der Relativitätstheorie und ihren Konsequenzen, von dem Absoluten und dem „Laplaceschen Geist“; von der Technik als etwas Schöpferischem und als einem Beispiel des Nebeneinander eines naturgesetzlichen Ablaufs und eines regulativen Prinzips; usw. Mehr als eine solche Aufzählung einzelner behandelter ‘Gegenstände wird es vielleicht zur Lektüre und darauffolgenden