Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1925-09-01 · Heft 9-10 (September 1925) · p. Seite 338

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 9-10 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 338 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2293034-2293040--07812-2301094
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Leben, Natur, Religion weder positive noch negative Beziehungen auf weisen und also die Konstruktion eines Grenzgebietes oder eine Auseinandersetzung zwischen beiden notwendig etwas Künstliches an sich habe. Immerhin wird die stürmische und in mehr als einer Hinsicht überraschende Entwicklung, die namentlich die Physik und die physikalische Chemie etwa seit Mitte des vorigen Jahrhunderts in einem sich immer noch steigernden Tempo zu verzeichnen haben, in den daran interessierten religiösen Menschen schon gar manches Mal diesen oder jenen Gedanken wachgerufen haben, der eine Brücke zwischen beiden Gebieten zu schlagen scheint. Einzelnes darüber ist auch öffentlich gesagt worden1). Eine von sachkundiger Seite stammende universelle und gleichzeitig dem Gesichtspunkt nach vereinheitlicheode Darstellung hat indes gefehlt, bis kürzlich der (der Reichstagsfraktion des Zentrums angehörige) ordentliche Professor der Frankfurter Universität Dr. Friedrich Dessauer eine solche unter dem Titel „Leben, Natur, Religion. Das Problem der transzendenten Wirklichkeit“2) erscheinen liess. Es ist erstaunlich, welche Fülle von tiefen und verschiedenartigen Gedanken hier entwickelt werden in 5 Kapiteln (Zeitgenössisches Leben und Religion; Naturwissenschaft und Wirklichkeit; Wirklichkeit und Religion; Zur Frage der Willenshandlung; Leben aus Religion) und in ausführlichen Anhängen, die in einer auch dem Laien verständlichen Art tiefer in einzelne physikalische Jdeeenkreise hineintauchen. Zu uns spricht ein Wissenschaftler, der nicht bloss Theoretiker ist, sondern der als Ingenieur und Industrieller gewirkt hat und dem man das technische Interesse deutlich anmerkt. Er hat sich nicht abschrecken lassen durch die — für viele von uns von so entmutigender Wirkung gewesene — Erfahrung, dass die Fach- *) Von. jüdischer Seite (und für die jüngste Zeit) vgl. meinen Aufsatz im Jeschurun 1918 (erweitert in einem in der V. J. A. Marburg gehaltenen Vortrag), Vorträge ebenda von Artur Spier, ferner einen Aufsatz von S. Breuer in den Jüd. Monatsheften. 2) Bonn (Pr. Cohen) 1924; 140 S. Kurz von mir hervorgehoben schon im „Jüd. Wochenblatt“ vom 6. Februar 1925.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.