Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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urun 12. Jahrgang 5686 תש־י — חשון September — Oktober 1925 Heft 9/10 Leben, Natur, Religion. Von Prof. Dr. Adolf Fraenkel-Marburg. Dem Andenken meines Vaters זצ״ל. So Mannigfaches über das Verhältnis zwischen den weitanschaulich-religiösen Fragen und den biologischen Wissenschäften von Kennern gesagt worden ist, so spärlich findet man Gedankengänge über die Beziehungen der exakten Naturwissenschäften zum Problemenkreis der Religion von wirklich zuständiger Seite entwickelt. Das liegt nicht etwa daran, dass der an mathematisch gesetzmässiges Denken gewöhnte Forscher überhaupt an metaphysischen Fragen in der Regel kein Interesse aufbrächte; sind doch die grossen Mathematiker und Physiker bis gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts in ihrer überwiegenden Mehrheit tiefreligiöse Naturen und z. T. sogar religiöse Schriftsteller gewiesen, wie auch in neuerer Zeit das Interesse für Weltanschauungsprobleme bei wenigen aber hervorragenden Forschern stark hervortritt. Mehr schon mag es an der für den Naturwissenschaftler überwiegend unerfreulichen und schwer geniessbaren Art der modernen Fachphilosophie und dem dadurch genährten Dilettantismus liegen, mit dem vielfach Naturforscher über philosophische und Philosophen über exaktwissenschaftliche Fragen schreiben und der gerade am Beispiel hervorragender Männer (wie Ostwald einerseits, Driesch anderseits) abschreckend wirkt. In erster Linie massgebend ist aber wohl die Ueberzeugung, dass mindestens zum eigentlich religiösen Komplex die exakten Wissenschaften (seit Kopernikus und Galilei) i