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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 334 (sequence 76)
Language
German
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884 Bücherbesprechungen Szenen aus dem altjüdischen Milieu liebt und schätzt, bedeutet dies Buch eine Enttäuschung. Der Maler braucht nicht schön zu sein, hat man gesagt, und so braucht der Maler frommen jüdischen Lebens nicht fromm zu sein. Aber dennoch verbindet man mit dem Gemälde den Gedanken, dass der Künstler bei seinen Schöpfungen auch ganz erfüllt war von dem Geiste und den Empfindungen, denen er Ausdruck gegeben. Und *nun entpnppt sich uns Oppenheim in diesen seinen Erinnerungen als ein Pietätsjude landläufigen Stiles, der dem überlieferten Judentum׳ in Denken und Handeln sich all• mählich völlig entfremdete. Dass die Erinnerungen eines in seiner Zeit hervorragenden Malers, der ein hohes Alter erreicht hat und mit den bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit, auch mit Goethe in nähere Be- Ziehung getreten ist, den Wert eines kultur- und kanstgeschichtlichen Dokuments haben, ist keine Frage. Besonders interessant ist, dass das, was früher wohl als Legende angesehen wurde, dass der Baron Willy Kothschild זצ״ל durch einen Meschummed, der בעל תשובה geworden, gegen den Willen seines Vaters zu jener Leuchte und Stütze des thoratreuen Judentums erzogen wurde, hier seine geschichtliche Bestätigung erhält. —f Franz Rosenzweig. Sechzig Hymnen und Gedichte des Jehuda Ealevi. Deutsch, mit einem Nachwort und mit Anmerkungen. Oskar Wöhrle- Verlag, Konstanz. Für den wertvollsten Teil des Buches halten wir — trotz alles Lobes, das man der Arbeit des Uebersetzers zollen muss — das *Nachwort“, in dem Prinzipien der Kunst des Uebersetzens aufgestellt werden, wie wir ihnen bisher noch nicht begegnet und zu denen ein jeder, der sich auf diesem Gebiete betätigt hat, Stellung nehmen muss. Ich kenne die Aeusserung Wilamowitz’ nicht, die von Rosenzweig zitiert wird: *er wolle Aeschylos dem heutigen Leser verständlicher machen, als er dem griechischen Zeitgenossen gewesen sei“, sie erscheint mir reichlich töricht. Wohl aber muss es, glaube ich, das Ziel des Uebersetzers sein, dem deutschen Leser den Urtext ebenso verständlich zu machen, wie er dem Kenner des hebräischen Textes ist. In den Begriff ״verständlich“ fällt natürlich auch all das hinein, was der Dichter an Herzenstönen durch sein Lied klingen lässt. Rosenzweig darf mit seinem Spott all die Nachdichter bedenken, wenn sie eben Herr Müller, Schulze resp. Herr Cohn sind, er hätte auch über Michael Sachs, den er nicht nennt, den Stab brechen dürfen, weil dieser eben auch nur ein Nach dichter und kein Dichter aus dem Genieland ist. Richtig ist, dass der Uebersetzer nicht so sehr darauf ausgehen darf, das Fremde einzudeutschen, als die Eigenart des Originals wieder lebendig werden zu lassen. Das ist aber eben die alte und durch die Uebersetzung so schwer erreichbare Forderung: wie machen wirs, dass in der fremden Sprache der Dichter so zu uns spricht, wie zu dem, der die Laute der ihm vertrauten Originalsprache von ihm vernimmt, der aber vor allem in den Geist seiner

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