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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 326

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 326 (sequence 68)
Language
German
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326 Die religiöse Tat 8. Der Wille! Das Spinoza-Wort: מVoluntas et intellectus unum et idem est, Wille und Geist ist ein und dasselbe״ hat nicht in dem Sinne Gültigkeit, dass der Mensch jeden Willensakt in Uebereinstimmung mit dem Ergebnis der Ueberlegungen seines Geistes vollzieht Gewiss besteht zwischen Geist und Willen eine enge Verbindung. So ist es nicht zu leugnen, dass der Wille ohne den Geist (sagen wir einmal, ohne die Vorstellung) nicht zu denken ist. Aber wenn auch diese Vorstellung, die zu diesem Willensakt führt, ein Inhalt des Geistes des betreffenden Menschen ist, so ist dadurch durchaus nicht bewiesen, dass die eigentlichen, ihn beherrschenden Inhalte des Geistes in positiver Beziehung zu dem Willensakt stehen müssen. Ferner ist es richtig, dass Geistesinhalte meist vom Willen ausgelöst werden, d. h. dass sie durch den Willen erst ins Bewusstsein treten. Aber es muss nicht so sein. Geistesinhalte treten ins Unbewusstsein und Unterbewusstsein meist, (vielleicht immer), ins Bewusstsein häufig ohne oder gar gegen den Willen des Menschen. Darau3 ergibt sich die wichtige Tatsache, dass der Wille in der Tat vom Geiste unabhängig ist. Dennoch könnte über die Freiheit und Ungebundenheit des Willens ein Zweifel entstehen, wenn man bedenkt, dass eine Handlung, die zu vollziehen durchaus im Willen des Menschen liegt, dennoch nicht zur Ausführung kommt. Welches sind hier die Hemmungen des Willens? Es sind tatsächlich solche nicht vorhanden; aber es ist auch der Wille nicht vorhanden. Der Mensch sagt in einem solchen Fall mit Recht: ״Ich habe nicht gewollt; denn hätte ich wirklich gewollt, so hätte ich doch meinen Willen durchsetzen können״. In der Tat, es handelt sich hier nur um eine Vorstellung oder um eine Reihe von Vor- Stellungen, die die Voraussetzungen zu einem eventuellen Willensakt sind oder sein können; sie kennzeichnen sich aber erst dann als Wille, wenn sie in eine Handlung umgesetzt

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