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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 325

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 325 (sequence 67)
Language
German
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Die religiöse Tat 825 in Widerspruch zum Charakter des Judentums als Gesinnungsreligion stehe, — so soll uns jetzt eingehend die Frage beschäftigen: Durch welche Methoden und Mittel im einzelnen gelingt es dem Religionsgesetz, seine erhabenen Erziehungserfolge zu zeitigen, d. b. praktisch das zu verwirklichen, was theoretisch als sein Ziel feststeht? Wille, Leib (Materie), Gefühl und Verstand machen das Wesen des Menschen aus. Gelingt es, diese vier Elemente des menschlichen Seins dem Befehl eines Gesetzes untertänig zu machen, so ist gleichzeitig der ganze Mensch ihm unterworfen. Ist der Wille gebrochen, so können (im Kampfe mit den Trieben des Bösen) die aufbauenden, die Verwirklichung des Gottesgesetzes anstrebenden Kräften des Guten sich befreien. Die von diesen ausgelösten äusseren, sinnfälligen Handlungen (Welt der Materie) stehen mit dem Innenleben des Menschen in engster Verbindung. Er gibt der toten Welt ewiges Leben. Er gestaltet die Welt der Materie für sich zu einer Welt der Gefühle; einer Welt, die Gefühle fordert und Gefühle schenkt; er durchdringt sie mit seinen Gefühlen und lässt sich von ihr durchdringen. Und in dieser neugeschaffenen Welt wächst der menschliche Geist mehr und mehr der Geistigkeit Gottes entgegen. Denn der Mensch, welcher mit dem Gesetz eins geworden ist, welcher dessen einzelne Teile als Teile von sich selbst erlebt, den letzten, absoluten Sinn der Notwendigkeit und des Wesens des Gesetzes im allgemeinen und seiner Einheiten im besonderen geistig erfasst hat, steht auf der höchsten Stufe der Menschwerdung, gekrönt als Meister der Neuschöpfung seines eigenen Ichs. Dies sind in Kürze die vier Entwicklungsphasen, die der Mensch zu durchlaufen hat. Wie er nun im einzelnen von Stufe zu Stufe emporschreitet, allmählich zu seinem Lebens-Höhepunkt gelangt — den Spuren des Gesetzes folgend, — soll jetzt eingehend erörtert werden. *

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