Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 317 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Die sieben ägyptischen Hungerjahre 317 Auslande, die Einfuhr von הארצות *?::-gewachsenen Kornersatzmittein den völligen Zusammenbruch der Wirtschaft hintanhalten können. Aus diesen Erwägungen heraus schreitet Josef zu einer Massnahme, für die wir, die Angehörigen der durch die Blockade zernierten Mittelmächte ein Analogon während der hinter uns liegenden Kriegsjahre in der Einführung des sogenannten ״Kompensationsverkehrs mit Neutralien“ aufzuweisen haben. Wie beispielsweise von Deutschland aus damals ungezählte Mengen von Bauholz nach Holland im Austausch gegen amerikanisches Fett und Fleischwaren verfrachtet wurden, so brauchte 372 Jahrtausende früher in Aegypten während der Hungerjahre nur ein Teil des von den Ausländern aufgekauften Getreides in Barem, d. h. in Gold und Silber bezahlt zu werden. Für den Restbetrag werden Futtermittel in frischem Zustande, Reis, Er- Zeugnisse der Obstzucht, insbesondere Edelobst, in Zahlung genommen. Dadurch bekommen die verwöhnten Feinschmecker Aegyptens wieder einmal die Auslandsfrüchte auf ihren Festtafeln serviert, die ägyptische Staatskrise ist wieder einmal zu Gunsten des von allen Seiten ob seiner Weisheit gepriesenen Ernährungsdiktators überwunden und der Patriarch in Kanaan, der von dieser Vorliebe der ägyptischen Grossen für die exotischen, in Aegypten selbst nicht mehr zur Reife gelangenden Delikatessen Nachricht erhalten hat, glaubt seinen zur zweiten Einkaufsreise von Getreide nach Aegypten sich rüstenden Söhnen bei dem dortigen Machthaber freundliche und günstige Stimmung dadurch zu bereiten, dass er seine Söhne anweist, ״als Geschenk für den Mann* ein wenig Balsam und ein wenig Honig, Gewürze, Pfirsiche, Nüsse und Mandeln auf ihre Esel aufzuladen34). s:) Wir sind ans wohl bewusst, dass unsere Erklärung ausnahmsweise der Deutung des Midrasch Rabba zur Stelle widerspricht, der von משח דבמנים ומשח דשקדים spricht, wahrscheinlich von der Voraussetzung ausgehend, dass risches Obst auch in Kanaan nicht mehr greif bar war. Diese Auffassung deckt sich aber nicht mit der bisher vom Midrasch rezipierten Deutung, dass ansserhalb Aegyptens der Misswachs sich nur auf Brotgetreide beschränkte, und noch weniger mit dem Bibelworte: מזמרת הארץ, d. h. mit dem ״Gepriesensten des Landes“, worunter schwerlich Fruchtsaft gemeint sein kann: Nur einen Korb mit irischem Edelobst, Honig usw. gefüllt konnte man