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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 316

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 316 (sequence 58)
Language
German
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*16 Die sieben ägyptischen Hungeijahre stammenden Konserven nnd die auch jetzt in den Niederungen des Nils wachsenden Kürbisse und Zwiebel, wenn wir von dem im Ausland wachsenden Edelobst und sonstigen Leckerbissen nichts zu essen bekommen? Dem Staatsmann und Wirtschaftler Josef blieb diese Misstimmung der Bevölkerung nicht verborgen und als Auswirkung der dadurch geschaffenen Wirtschaftslage müssen neue Massnahmen erwogen werden, die der Gesamtbevölkerung vor Augen führen, wie heilsam und erspriesslich für das Vaterland sich die bisherige, den Verkehr mit dem Auslande und die partielle Komausfuhr begünstigende Handelspolitik der Regierung erwiesen hat. In einem Lande, von dem Jahrhunderte später der Prophet kündet, dass die Psyche aller Regierenden auf den törichten Wahn des לי יאורי ואד עשיתני, auf die Vergötterung seines in normalen Zeitläuften segenspendenden Nilflusses eingestellt ist, weil dieser ״Gott“ durch seine regelmässigen Ueberschwemmungen das Land von den Zufällen der Elemente und insbesondere von der Regenspende unabhängig macht32), in einer Bevölkerung, die sich in das Hochgefühl und in den Grössenwahn einer vermeintlichen Autarkie, eines vollständigen wirtschaftlichen Selbstgenügens und der Unabhängigkeit vom Auslande mit dem Hinweis auf den Reichtum ihrer eigenen Land- Wirtschaft und Bodenschätze hineinsuggeriert33), mussten solche Katastrophen, wie die durch die siebenjährige Hungersnot über Aegypten hereingebrochene, auch dem kurzsichtigen Wirtschafts- Politiker die Erkenntnis einhämmern, dass nur die Oeffnung der Grenzen, der freie und ungehinderte Warenverkehr mit dem 82) Vgl. hierzu Dr. Josef Breuer. Das Buch Jecheskel, Kommentar zu Kap. 29, V. 1—12. 33) Dem Wirtschaftler von Beruf dürfte es nicht ohne Interesse sein, dass der Staatshaushalt des modernen Aegypten 3*/2 Jahrtausende nach diesem Grössenwahn des alten Aegypten von einer uneingeschränkten Autarkie noch deutliche Anzeichen einer gewissen Unabhängigkeit vom Anslande insofern anfweist, als die ägyptische Handelsbilanz besonders stark aktiv ist, d. h. seine Ausfuhr inländischer Erzeugnisse die Einfuhr vom Auslände um ein Wesentliches übersteigt. Währungspolitisch kommt dieser grosse Ausfuhr- Überschuss in der Tatsache zum Ausdruck, dass das ägyptische Pfund um mehrere Punkte höher steht als das englische Pfund.

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