Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 310 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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310 Die sieben ägyptischen Hungerjahre Herberge, in der sie Unterkunft gefunden, halten die Brüder Kriegsrat über ihr weiteres Verhalten. Naphtali, der leichtfüssigste und behendeste unter den Brüdern28), erkundet indessen auf der Strasse die VolkssiimmuDg und bringt die unangenehme Botschaft, dass sich infolge des lawinenartigen Zudrangs der Auslandskäufer eine Partei der Unzufriedenen und der Opposition gegen die Regierung im Volke herausgebildet habe, die stürmisch eine vollständige Abschliessung der Grenzen und Ausweisung aller Ausländer von der Regierung verlange. Auf Grund dieser Informationen beschliessen die Brüder sich die ersten drei Tage bezüglich ihres eigentlichen Reisezwecks לשבר אכל zunächst untätig und passiv zu verhalten, und diese drei Tage ihrem weiteren Reisezwecke, der Erspähung des von den Midjanitern nach Aegypten verkauften und dort verschollenen Bruders zu widmen. Da Josef, wie von der Bibel mehrfach unterstrichen, ein besonders schöner, schlanker Jüngling war, so versucht man zunächst am שוק של זונות am Sklavinnenmarkt, wo die Rekrutinnen der Harems und der öffentlichen Häuser feilgeboten werden, vertrauliche Informationen einzuzieheD, ob nicht vor etwas mehr als einem Jahrzehnt ein besonders schöner, hebräischer Jüngling durch eine midjanitische Karawane für unsittliche Zwecke dort verkauft w׳orden sei. Da sich keine midjanitischen KaufLeute eben im Lande aufhalten, führen diese Recherchen leider zu keinem Ergebnis. Inzwischen haben selbst in dem von Fremden aus aller Herren Länder überfluteten Mizrajim die zehn grossen, stattlichen Erscheinungen mit ihrem fremdländischen Akzent allenthalben 26) Im Anschlüsse an die Worte ans dem Jakobssegen: נפתלי אילה שלוחת wird im מדרש wiederholt Naphtali als der behendeste and leichtfüssigste unter den Jakobssöhnen geschildert. Vergl. insbesondere die Midraschlegende zu אילה שלוחה, wonach in der Stunde, da der Trauerzug mit der Bahre des Stammvaters vor der Höhle Machpelah eintraf, die Nachkommen der s. Z.s Vorbesitzer, der בגי חת den Anspruch, auch Jakob daselbst zur letzten Ruhe zu bringen, als verjährt bestritten, bis Naphtali, in bärtigem Dauerlauf nach Mizrajim und zurück rennend, den Verkaufsbrief der בני חת an אברהם über diese Höhle als Erbbegräbnis für seine Nachkommen auf ewige Zeiten eilig und rechtzeitig zur Stelle brachte.