Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 309 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Die sieben ägyptischen Hungerjahre 309 Unser zusammenfassendes Urteil über diesen 1. Teil des Romanwerks und dessen Autoren geht dahin: Das Buch als eine Schöpfung christlicher Autoren ist sicher eine ungewöhnliche und hervorragende Erscheinung, eine virtuose abgerundete Leistung von grosser Kenner- und Könnerschaft, an der wir Juden nicht achtlos Vorbeigehen dürfen. Jedoch ist das Buch oft mit dem Hirn mehr als mit dem Herzen geschrieben, und schon hier ist zu konstatieren, dass die Verfasser als photographisch treue Beobachter äusserer Erscheinungen, aber nicht immer als unbeirrbare Belauscher innerster Regungen der jüdischen Massenpsyche sich bewähren. (Fortsetzung folgt.) Die sieben ägyptischen Hungerjahre. Eine wirtschaftliche Studie. Von Kommerzienrat Sigmund Fraenkel-München. (Fortsetzung.) II. Der Midrasch fährt in seiner dramatischen Schilderung der Ankunft der zehn Söhne Jakobs an den zehn ägyptischen Grenzstationen, ihrer Passbehandlung und ihres gemeinsamen Zusammentreffens in der Hauptstadt fort. Der Zweck der neu erlassenen Passverordnung wird ihnen und allen gleichzeitig mit ihnen eintreffenden Ausländern zunächst nicht klar. Die Einen tuscheln von einem Finanzzoll25), der den Ausländern von der Regierung bei der späteren Heimreise auferlegt werden soll, die Anderen behaupten, dass Manasse auf Grund der Passauszüge die Tätigkeit der Ausländer während ihres Aufenthalts in Aegypten überwachen solle, um allen Versuchen einer etwaigen Wirtschaftsspionage wirksam entgegenzutreten. In der 25) In diesem Sinne deutet der מחנות כהונה die Stelle des Midrasch über die Josef sehe Passverordnung und ihre Durchführung durch Manasse in den Worten: ועל מנשה אמרו כן שחיה מקבל כל האגרות וחשבו שבשביל המכס עשה יוסף כן.