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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 305

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 305 (sequence 47)
Language
German
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Jüdische Kulturromane usw. 305 Hamidrasch vergeht sein junges Leben, und seine Gesundheit, seit der schweren Krankheitszeit nach der Kreuzesschau zart geblieben, fangt an nachzugeben. 11. Bild: Purim. Beim Zadik wird Purim gefeiert, mit den Intimen des Hauses nur. Reb Elje der Sofer nimmt seinen Enkel Rüben zum Mahle mit. Es wird viel und schwer getrunken, denn so will es das Gesetz, bis alle bewusstlos niedersinken, sogar Reb Elje, der Heilige, und der Knabe Rüben, sodass er schwer wankend sich in der Kälte nach Hause schleppt, wieder krank wird und, wieder hergestellt, lungenkrank bleibt. 12. Bild: Das Verbrechen des Sofers. Wieder ist der Jaum-Kippur gekommen mit allen Schauern für die Gläubigen. Wieder fühlen sie die Seligkeit der Erlösung, als der Schaufarton nach dem Nei’la-Gebet ertönt. Doch einem hat der Jaum-Kippur nicht die Erlösung gebracht, das ist Reb Elje selbst: dieser hat beim Blasen des Schaufar einen fremden, unheiligen, eigensüchtigen Gedanken gehabt, er hat an das Leben seines totkranken Enkelkindes Rüben statt an die ganze Gemeinde gedacht. Todeswund kommt Reb Elje am Abend zu Hause an, etwas ist beim Schauforblasen zersprungen in ihm. Es war sein eigener Todesruf. Der leidende Rüben eilt zum Raufe (Arzt) und zu den Lomdim des Orts, sein Grossvater liegt im Sterben, der Raufe ordnet Tehillimsagen an, er sieht keine Rettung — aber ein Wunder geschieht: Jeder Lamdon und Chassid in Beiz verschreibt auf einem Bogen eine Stunde seines Lebens für den Sofer Reb Elje, und Rüben trägt, nachdem auch er selbst sein junges Leben Gott verschrieben hat, diesen Bogen mit den Lebensverschreibungen ins Bes-Hamidrasch in den Toraschrank — und der Grossvater kommt wieder hoch. Aber er lebt auf Kosten seines Enkels, dieser siecht zusehends dahin und stirbt am Anfang des Winters. Der Sofer entdeckt durch Zufall das Bittgesuch im Toraschrank, worin sein Enkel sein Leben für das des Grossvaters eintauscht, und Zeit seines Lebens bleibt der Alte kindisch und unzurechnungsfähig.

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