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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 304

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 304 (sequence 46)
Language
German
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304 Jüdische Kulturromane usw. Gespensterbilde unerschrocken ins Auge sehen! Er fasst allen Mut zusammen. Warum, so fragt sich Ruhen, diese tödliche Angst vor diesem traurigen Mann, woher der unheimliche Schatten, der jedem Vorübergehenden auf die Schulter fällt und den Wanderer auf dem Wege verfolgt? Er hat es sich gelobt, er muss ihm einmal ins Antlitz sehen, und müsste er auch vierzig Tage durch Gebet und Kasteiung dafür büssen. Nachts schleicht er sich heimlich vom Hause weg, steigt auf den Kalvarienberg, wo das Kreuzbild hoch oben steht — er naht sich ihm, alle Schauer schütteln an ihm — er hebt sein Auge zu ihm — und ist überrascht, wie leidvoll und schmerzensbitter dies Auge ihn anblickt. Welches Rätsel, welche Schuld drückt dieses Haupt nieder? Kindliche Gedanken durchfliegen sein Hirn: Hat dieser Schmerzensmann einen Segensspruch einmal zu sprechen vergessen? Sind auch ihm einst die Schläfenlocken abgesebnitten worden? — Da bricht plötzlich ein Gebirgsgewitter los. Rüben, von heilloser Angst gepackt, flieht, von Geistern und Dämonen gejagt, halbtot nach Hause. Wochenlang liegt der Knabe krank zwischen Leben und Tod. Die Eltern versuchen alle Mittel, Namensveränderung, Verkauf an einen Christen, und dieses letzte Mittel, zu dem sich der Vater schweren Herzens entschliesst, rettet sein Kind. 9. Bild: Der überirdische Fremde. Der Schwieger« vater R e b E1 j e , der Sofer aus Beiz, kommt als Fremder zu Besuch. Er hat von der seltsamen Errettung des Kindes, nicht von seiner Verschuldung gehört. Sie beschliessen den kleinen Rüben Gott zu weihen für die Sünde, die der Vater begangen, dass er das ״Lernen* vernachlässigt hat, um mit dem Schwiegervater Reb Amram Geschäften nachzugehen. Rüben begleitet den Grossvater nach Beiz, um dort Sofer zu werden. 10. Bild: Die Wunderwelt von Beiz. Dort in Beiz lebt Rüben fortan in einem Zauberbann, einem Traumleben voll Sefiraus und Wundergeschichten, beim Grossvater, beim Zadik und seinen Chassidim, und horcht auf das Unerforschliche, Wunderbare, sinnt inneren Stimmen nach, und in geheimnisvollen Deutungen des Sauhar und endlosem Psalmodieren im Bes-

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