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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 303

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 303 (sequence 45)
Language
German
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Jüdische Kulturromane usw. 308 bösen Gojimkinder, die Hunde und Schweine auf ihn hetzen, unsichtbare Geister verfolgen das phantasievolle Kind, wie gehetzt läuft der kleine Rüben vom Melamed nach Hause, in die Geborgenheit, da ist Sabbathruhe, da sind gesegnete Stunden voll Märchenzauber in Mutters Schoss, die ihm auch viel von den Heidenchristen und ihrer Götzenverehruug erzählt und ihn besonders vor dem Anblick jener entsetzlichen Kreuzeszeichen warnt, von denen alle Wege und Strassen wimmeln, die die Schuld an allem Judenunglück tragen und verderbenlauernd überall hochragen. Wer darum einmal ein Kreuz ansieht, dem erhört Gott 40 Tage lang seine Gebete nicht. Der Knabe kann aber der Neugierde nicht widerstehen: Um die Weihnachtszeit schleicht sich der junge Rüben eines Abends zur Kirche heran und belauscht das Krippenspiel der Christenknaben, wird dabei von ihnen gefasst und in den Schnee geworfen, das Messer blitzt — und schon liegen die Schläfeniocken im Schnee. Drohend streckt das Bild des Gekreuzigten seine Arme nach ihm aus, von diesem Mahnbild verfolgt strauchelt er und rennt ausser Atem querfeldein, immer näher kommt das Kreuz, es schnürt ihm den Atem ab, schon fasst ihn die eisige Hand — von Grauen geschüttelt erreicht er die Türe des Elternhauses, und mit einem gellenden Aufschrei stürzt er in die Arme der Mutter. Der Vater bestraft ihn nicht, sondern legt schweigend die abgeschnittenen Stirnlocken, die der Junge krampfhaft in der Hand verbirgt, in ein Sefer; dies war die erste Versuchung, die an sein Kind heran getreten ist. 7. Bild: Im kommenden Jahr in Jerusalem. Das Pessachfest und dessen Vorbereitungszeremoniell wird färbenreich beschriebe?. Es sind Tage der Höhenstimmung für den![nahen Rüben, dessen Seelenleben mit bewundernswerter Einfühl־ samkeit vor uns ausgebreitet wird. Bis dann am Sederabend Rüben die köstliche Vision von dem Erscheinen des Propheten Elijahu hat, den er in dem Bettelgast (Aurach) bei Tische leibhaftig sitzen sieht. 8. Bild: Der Weg zum Kreuze: Der Höhepunkt des Buches. Rüben will einmal dem Kreuze, diesem blechernen

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