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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 300

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 300 (sequence 42)
Language
German
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ZOO Jüdische Kulturromane usw. weit zum Leben erwecken und die ganze seelische, geistige, physische und wirtschaftliche Struktur dieses Volkes zu ergründen suchen. Wie weit sie dies ohne Voreingenommenheit, mit gutem Willen und Wahrheitsgefühl getan haben, dies mögen folgende Ausführungen zeigen. I. Teil: L’ ombre de la croix (Der Schatten des Kreuzes). Der erste Roman zerfällt in zwölf Kapitel, besser Bilder, die meistens eines der jüdischen Feste des Jahres zum Mittelpunkt haben. Den Auftakt bildet: 1. Bild: Die Tora von Hunfalu. Ein verstorbener Jude des Ortes Hunfalu hat. als letztes Vermächtnis einige hundert Gulden für das Schreiben einer Sefer Tauro hinterlassen. Der weltberühmte Sofer der heiligen Stadt Beiz in Polen, Sitz des berühmten Wunderrabbis, soll sie schreiben. Gleich nach dem Morgengebet in der Synagoge beraten die Gemeindemitglieder, wer nach Beiz fahren und die Mizwa der Bestellung ausführen soll. Nach langem wildem Streit erbietet sich Reb Amram Trebitzer, der Wirtshäusler und Oekonom, zu dieser Mission. 2. Bild: Beim Wunderrabbi. In Beiz wird das Rausch-Haschonofest gerade gefeiert mit einem Menschenaufwand, mit einer Prachtentfaltung im Hause des Zadik, mit einer Glaubensinnerlichkeit und Ekstase im Bes-Hamidrasch, wie sie im Westjudentum ungeahnt ist. In diesem Kapitel wird die Psyche der chassidischen Anhänger des Zadik, ihre Sehnsucht um Seligkeit in dessen Nähe, mit einer hinreissenden Bildhaftigkeit und unerhörten Kühnheit, realistisch und doch phantasievoll, vor Augen geführt. Dieser Ort, das ist nicht Beiz, das naturöde Dorf in der Sandwüste Galiziens, da weht der heisse Atem des Orients, diese Menschen sind nicht von dieser Welt, ihr Leben ist eine Kette von ewigen Hochspannungen. Die Dichter finden raffinierte Kontrastwirkungen: die Traurigkeit und unendliche Schwermut des polnischen Himmels mit seinen herabhängenden ziehenden Regenwolken und den von Lehm und Schmutz starrenden Gassen des kleinen Orts, die in schreiendem

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