Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 288 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Jüdische Kalturromane usw. das neunte Jahrhundert vorliegen, dass er mit keinem Grad von Wahrscheinlichkeit aus der Luft gegriffen ist. Leicht sagt jemand nun noch zum Schluss: Aber es sind doch ״Moabitica“ aufgetaucht, die anerkanntermassen gefälscht waren. Indes sie sind eben nach der Entdeckung des Mesasteins und aus Anlass derselben hergestellt worden — denn weshalb wären sie sonst gerade erst nach dem Sommer 1868 aufgetaucht? —, und ihr Auftreten ist, wie auch Stade, Geschichte des V. Isr. I, 86 Anm. 3 schon ausgesprochen hat, für die Echtheit der Mesa Inschrift ein Unglück gewesen. Folglich ist Kautzsch, der tapfere Bekämpfer der ״Moabitica* mit Recht ein Verteidiger der Echtheit der Mesa-Inschrift gewesen, und darf diese auch fernerhin als Quelle für die Altertumskünde des neunten vorchristlichen Jahrhunderts verwendet werden. Jüdische Kulturromane in französischer Sprache von Dr. Armin Blau, Hamburg. Jüdische Kulturromane sind zur Zeit in Frankreich die grosse Mode, dernier cri, namentlich solche mit exotischem Einschlag. Die Konjunktur ist gut, das Lesepublikum hungert nach Fremdländischem, Fremdartigem — das Judentum ragt noch immer als ein Rätselvolles, Abseitiges in die Kulturkreise der Weltzivilisation herein, trotz aller Angleichungsneigung bleibt ein Erdenrest der Juden den Wirtsvölkern zu tragen peinlich, das Fremdkörpermässige bleibt unverkennbar. Was Wunder, dass Kultursehrif isteller dies Rätsel der Weltgeschichte, das Urtümliche im Judentum an d e n Stätten zu erforschen suchen, wo es noch unvermischt, unumgebildet von Zivilisation und