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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 280

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 280 (sequence 22)
Language
German
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280 Die Mesa-Inschrift usw. sie ebendieselbe Tätigkeit mit anderen Zeitwörtern bezeichnen? Wer sagt in Sachsen z. B. für Kartoffeln ״abschälen“ sie ״abpellen“, wie man es in Mecklenburg hört? Dergleichen Mannigfaltigkeiten des Sprachgebrauchs benachbarter Gegenden gibt es Dutzende, und nun soll man über dem Toten Meere drüben in Moab bei aller Verwandtschaft des einheimischen Dialekts mit dem Hebräischen nicht das Zeitwort ״ אחזerfassen, ergreifen“ auch mit dem Objekt ״Stadt“״ also in der Bedeutung ״erobern“ haben gebrauchen können! Trotzdem ist von den diesbezüglichen Behauptungen Storrs wenigstens noch eine zu prüfen. S. 384 sagt er, גבר und ברת; im Sinne von Mann und Frau sei hebräisch und sicher auch ״moabitisch“. Nur sei der Ausdruck poetisch und ״hier schon sei bemerkt, was Ehrlich24) über den Gebrauch solcher Ausdrücke, die im Mesa sehr häufig sind, sagt: Das Vorkommen poetischer Ausdrücke in schlichter Prosa ist ein Zeichen der letzten Sprachperiode“. Das ist ja richtig, wenn es sich um Niederschriften in ebenderselben Sprache handelt. In bezug darauf habe ich längst das Beispiel gegeben, dass ״ חמהGlühende“ als Ausdruck für ״Sonne“ im älteren Hebräisch nur poetischrhetorisch ist (Hiob 30,28; Hohesl. 6,10; Jes. 24,23; 30,26), während es in der Prosa der Mischna häufiger zur Bezeichnung der Sonne dient (Berakhöth 1, § 2 usw.). Aber in der Mesa-Inschrift handelt es sich bis zur Er- Weisung des Gegenteils um den Sprachgebrauch einer dem Hebräischen nur benachbarten Mundart. Da gilt wieder ein anderes Gesetz. Dies zeigt sich z. B. daran, dass der Ausdruck ’endsch im Hebräischen poetisch-rhetorisch ist (von Deut. 32, 26 an, z. B. Ps. 8, 5 usw.), nur dass nach dem vorhererwähnten Sprachentwicklungsmoment es schliesslich als Prosaausdruck in 2. Chr. 14, 10 auftrittt. Dagegen im Aramäischen ist ’enäseh der gewöhnliche Ausdruck für ״Mensch“. Das Studium der Dialectus poetica der Hebräer26) 2ף Ehrlich. Randglossen zur hebräischen Bibel, Bd. VII zu 2. Chr. 14,10. 26) Eine statistisch genaue Darstellung derselben gibt meine Stilistik». S. 277-83.

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