Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 278 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Die Mesa-Inschrift nsw oder die unsemitisck oder überhaupt sprachwidrig wären“. Dieser methodische Satz ist richtig, weil bei den Moabitern, diesen Verwandten und Nachbarn der Hebräer, ein mit dem Hebräischen verwandter, aber trotzdem in den und jenen Erscheinungen selbständiger semitischer Dialekt zu erwarten ist. Diesem meinem Satze glaubt er nun in seinen weiteren Ausführungen ״gerecht“ geworden zu sein (S. 380). a) Bei der anzustellenden Nachprüfung fordert aber zuerst die Orthographie in bezug auf die Vokalbezeichnung unsere Aufmerksamkeit heraus. In bezug darauf findet Storr darin ein Zeichen der Unechtheit, dass z. B. gegenüber (21עינ ״Trümmer“ (Z. 27) doch ״ אשMann“ (Z. 10) geschrieben sei. Bereits früher aber ist auch von mir an die Tatsache erinnert worden, dass bekanntere Wörter auch anderwärts mehr ohne Vokalbuchstaben geschrieben sind, wofür ja beispielsweise auf ״ נאםZugerauntes, Enthüllung“ hingewiesen werden kann, das sogar in den bekanntlich viel Vokalbuchstaben verwendenden Büchern der Chronika (II, 34, 27) noch ohne einen solchen geschrieben ist. Womit meint Storr diese Erklärung abtun zu können? Durch den Ausruf ״Als ob die Inschrift für Nichtsemiten bestimmt gewesen wäre!“ (S. 381). So leicht macht er es sich mit der Beurteilung der Arbeit seiner Vorganger. Denn in der hebräischen Bibel ist ja die von mir belegte Gewohnheit in bezug auf Vokalbuchstabensetzung befolgt worden, obgleich sie für Semiten geschrieben wurde. Ferner nimmt er daran Anstoss, dass Mesa z. B. בעל 0ענ (Z. 9) und עלט (Z. 10) defektive schreibt, ״während im A. T. beide meistens plene geschrieben sind“ (S. 382). Aber welche unbegründete Voraussetzung, dass die Vokalbuchstabensetzung des A. T. für die Mesa-Inschrift eine Norm bilde! Vielmehr wäre doch darauf zu achten gewesen, dass auch in den Sendschirli-Inschriften ״inlautende Vokale schon 21) Es ist bedauerlich, dass bei der Transskription von Texten, die der Finalbuchstaben entbehren, auch neuerdings wieder (von Bennett, Driver usw.) solche angewendet werden.