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Jeschurun · 1925-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1925) · p. Seite 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 269 (sequence 11)
Language
German
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Vom Mirjambrunnen 269 תחת כנפך, eine ,wahre Perle der Weltliteratur, dem Reinsten und Schönsten aus Heines ״Buch der Lieder“ an die Seite zu stellen. Doch wir wollen ja das Gute in Bialiks Garten suchen, das im Herzen haften bleibt, weil es zur jüdischen Seele spricht, haftet und Taten befruchtet.*) (Drum seien auch die Lieder der Natur übergegangen). Dass dieser Dichter ein Genie der Sprache ist, des werden wir bei jeder neuen Lektüre von Neuem inne. Zwei Lieder dieser Gruppe sind vergangenheitsstark קומי צאי, frisch und froh erinnert es in manchen Worten an Stellen des Lieds der Lieder. Rein ist dieses Lied in seiner Fröhlichkeit über die schöne, frühlingsfrische Welt und in seiner Dankbarkeit gen Himmel. בת ישראל ist noch ״besser“, es mahnt. Eine Liebende, deren Gefühle stark und בלי פגימה sind, sagt, ihre Herzensschätze in dessen Tiefen bergen zu müssen. Wie das Licht der Scbabboskerzen brennt im Herzen der בת ישראל ein züchtiges Licht. Und wie es ist, nur so kann man es empfangen: ״ohne Puder, ohne Schminke, ohne Flammen!״ Unser Blick gleitet zu den Liedern vom eigenen Ich, zu den Seelenblumen im Garten Bialiks ואם ישאל המלאך, בני, נשמתך איה? Mein Sohn, wo ist Deine Seele? Und Bialik glaubt ihre Heimat bestimmen zu können in einem Städtchen, in dessen Bannkreis er waldumgehen, weltentrückt sein Kindsein dahin geträumt, wo seine Seele ihr Glück fand in dem klaren Himmel, der in einem kleinen Yvrölkchen seine Erdennähe spüren lässt, in der Sonne, deren Strahlen voll Erbarmen seine Seele in die Höhe führen wollen — und es nicht können, da sie gebannt ist an die Blätter des Talmuds, die ihn ja wie frisches Laub umrauschen, wie lebensvolle Lieder ihn umtönen, aber nicht sein Inneres mit Feuer durchziehen, an dem sich seine Seele erwärmen kann, mit Feuer der Jugend und der Liebe. Und in diesem Hin und Her fand seine Seele ihre Heimat, bis er dieses steten Kampfes überdrüssig seine Gemoro schloss und seine Seele aus ihr entwich. Und seitdem irrt sie in der Welt umher und betet um Liebe — *) Von einer Würdigung des Sprachlichen ist, wie selbstveratändlich, im Rahmen dieses Aufsatzes abgesehen.

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