Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 265 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom Mirjambrunnen 265 der Welt da draussen Gezeichneten an sich1). Und dennoch ist die Erhaltung und Läuterung unserer Sprache zu grossem Teil dieser Zeit zu verdanken2) Nimmer aber drangen diese Ströme fremden, feindlichen Wassers zum Quell der Dichtung selbst vor, ihren Gehalt zu trüben, nicht im Heiligen, nicht im Alltäglichen (wenn auch diese Periode diesen Unterschied als erste zeitigte). Kusari und Zioniden — sie flössen aus den Geistes- und Herzensschätzen R. Jehuda Halevis in gleicher Weise. Weil er die Not der Seele Israels mehr als anderes fühlte, ergoss sich seine Heiligkeits-, seine Einheitssehnsucht in Liedern, riss sie ihn fort — hinüber. Und mochten auch Sarazenen Machpela umzäunen, als eigenes Gut erklären, wie sie die Seele Judas umzäunt, der alte Vater hörte drum dennoch den Ruf seiner Kinder, der über das Meer herüberscholl: ״Wie in Deinem Herzen kein Streit ist über G’tt, so ist auch in unserem »der Ewige unser G’tt, der Ewige einzig“. Und weiter hinauf war Israel gezogen, in den kalten Norden zu kalten Menschen, und nicht in einem Geschlecht nur stand man auf es zu vernichten, sondern in ■jedem Geschlecht stand man von neuem auf, Israels Namen zu tilgen. Doch das alles konnte den Geist nicht beugen. Die בעלי התוספות lassen uns in ihren Werken so gut wie nichts wissen von dem Schreckliehen, das an ihnen vorüberzog, ebenso wie der ש״ך, der Frau 1J Als einziges unter den zahlreichen Beispielen sei auf das Gedicht מי זאת כמד שחר hingewiesen, das R. Salomo ben Gabirol seinem verehrten Freunde R. Samuel Hanagid gewidmet. Der Dichter sieht die Muse nahen und den Seher Samuel suchen. Er ruft ihr zu, der alte ist zwar dahingegangen, aber ein neuer Samuel lebt. עי' שירי שלמה בן גבירדל. מוגהים ומבדארים ע״י ביאליק ורבניצקי. הוצאת //מדריד.". ירושלב-תל אביב חרפ״ד. 2) Vgl. S. Grünberg השפה העברית במהלך העתים Jeschurun IX, 1/2. Er zeigt, dass trotz der völligen Herrschaft des Arabischen gerade in jener Zeit der Grund für das bis heute noch bei den spaniolischen Juden lebendige sephardische Hebräisch gelegt wurde. Ein ähnliches Verdienst hatten die Juden Frankreichs und Deutschlands, die niemals, bis vor einem Jahrhundert, daran gedacht haben, eine andere Schriftspräche als das Hebräische zu gebrauchen.