Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 255 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherbesprechungen 250 A, Z Schwär?» Die hebräischen Handschriften der National־ bibliothek in Wien. Leipzig, 1925, Karl W. Hiersemann, ISO Mk. Diese prächtige Publikation des bekannten Leipziger Verlages Hiersemann dürfte die Leser des ״Jesehurun“ lebhaft interessieren. In Grossfolic^ umfasst dieser Ilandschrifienkataiog 272 Seiten und bietet ausserdem 9 Tafeln mit mustergültig reproduzierten, teilweise farbigen, Handschriftenproben. Ein solches Buch ist für denjenigen, der auf dem Gebiet der rabbinisehen, überhaupt der jüdischen Literatur wissenschaftlich arbeitet, unentbehrlich. Aber um seines prachtvollen Druckes, seiner Handschriftenproben, seiner gesamten Ausstattung willen und ferner um seines reichen Inhaltes willen, der in 13 Abteilungen Bibel, Bibelerklärung, Gesetz (hier die Wiener Tosephta!), Geschichte, Geographie, Kabbala, Poesie, Mathematik, Naturwissenschaften usw. umfasst, ist dieses Buch ein Kulturdokument, eine Freude für jeden Freund der hebräischen Literatur und daher eine wirksame Anregung, sie ihrer Bedeutung entsprechend einzuschätzen. Es sei daher der Leserkreis des ״Jeschurun“ hierdurch angelegentlich auf die^e schon rein bnchtechnisch sehr wertvolle Veröffentlichung aufmerksam gemacht. Auch die mühevolle und sorgfältige Arbeit des Verfassers verdient volle Anerkennung. F i e b i g , Leipzig. jakob LÖw<snb«rg, Kämpfen und Bauen, der Gedichte ״Aus jüdischer Seele“, vierte und vermehrte Äutlage. Verlag von M. Glogau jr., Hamburg 1925. Es ist eine befremdliche Welt, die vor dem im lebendigen von Thoralernen und Thoratreue erfüllten Judentum Wurzelnden in diesen Gedichten sich entrollt. Der Antisemitismus als befruchtendes Element für den Dichtergenias, das will uns sogar nicht in den Silin. Wir kennen ihn als Ferment der Dekomposition für die dem Judentum entfremdeten Seelen, die zerrissen mit sich und der Umwelt dann endlich den W7eg in die Fremde oder in das Heim des Nationaljudentums fanden. Es mutet uns das alles so unsagbar fremd und verstaubt an vor allem nach den furchtbaren Erfahrungen, die das Judentum in den letzten Jahrzehnten gemacht, wenn der Vf. mit einer Zuversieht ohne Gleichen dem Antisemitismus so optimistisch gegenüber steht. Aber psychologisch sind diese Gedichte iür uns interessant, sie zeigen uns, wie ehrlich durchdrungen die Kreise, deren Sprecher der Dichter ist, von ihrer Ueberzeugung sind. Es ist ein wirklich echtes Gefühl, das hier die Seele des Dichters darchzittert. Und dennoch fehlt der hohe lyrische Schwung. Denn in dieser ganzen Gefühlswelt ist eine Dissonanz, die letzten Endes auch die dichterische Formung in Mitleidenschaft ziehen muss. - h iH Elkaiw, Jeschurun 1924, Gottsucher 1925, beide Martin Salzmann-Verlag, Dessau und Leipzig. Es ist immer ein sehr gewagtes Unterfangen, wenn, ein Dichter der Neuzeit die Erzählungen der Bibel, und ihre Gestalten, auf denen ja die