Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 253 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2293034-2293038--07680-2300962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bücherb esprechungen 258 parallel mit ראה wie auch im Gegensatz zu שמע (vgl. z. B. Leviticus 5, 1, Koheleth 11, 5, Mischle 4, 19, Jesaja 56, 10, ebenda 29,15, ebeiida 40,21, Nehemia 4,5). Es könnte also, auszumachen vermag das natürlich niemand, immerhin ידע ursprünglich ״sehen“ bedeutet haben und und vielleicht sogar urverwandt mit indogermanisch ״wid״ sein. Dr. J. H. B 0 n d i, Frankfurt a./M. Bücherbesprechungen. Paul fiebig Jesu Bergpredigt. Rabbinische Texte zam Verständnis der Bergpredigt, ins Deutsche übersetzt, in ihren Ursprachen dargeboten and mit Erläuterungen und Lesarten versehen. Göttingen, Van den Hoeck und Ruprecht 1924. Diese Arbeit lag bereits 1914 fertig vor, und nur der Krieg hat die Drucklegung verhindert. Inzwischen ist der 1. und 2. Band von Strack und Billerbeck ״Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midraschw erschienen (und auch in dieser Zeitschrift besprochen worden). Der Vf. lässt sich in seinem Vorwort selbst darüber aus, inwiefern seine Arbeit noch neben diesen Kommentar von Nutzen sein kann. Er bietet die Texte unverkürzt und genau, namentlich in Hinblick auf ihre Form, sodass sie für formgeschichtliche Untersuchungen brauchbarer werden. (Vgl. den diesbezüglichen Aufsatz des Vfs, Jeschurun XI, 468—468). Es ist sicher zu begrüssen, dass jetzt in höherem Masse von den verschiedensten Seiten aus der Versuch gemacht wird, zur Erklärung des Neuen Testaments Talmud und Midrasch heranzuziehen. Es ist leider noch keine Beschäftigung mit diesen von der christlichen Theologie und auch von der Religionsgeschichte so lang vernachlässigten Gebieten: ״ לשמהum der Sache selbst willen“. Man will sie nicht um ihrer selbst willen studieren, sondern nur als Hilfsmittel zum Verständnis des Neuen Testaments. So bleibt es auch hier nicht ans (und das gilt auch von dem Vf. des vorliegenden Werkes, der durch seine mannigfachen Schriften bewiesen hat, dass er sich mit Fleiss und Ernst in Wesen und Bedeutung der jüdischen Religion und ihrer Literatur vertiefen will und kann), dass die Auswahl der Texte, vor allem aber manche Randbemerkungen tendenziös gehalten sind. Kann wirklich auf S. 9 die ausführliche Wiedergäbe der Stelle Pesachim 49 b ein rechtes Bild von der Stellung des Talmudweisen zum Am haarez geben. Und musste nicht zum mindesten in einem kurzen Wort in der Anmerkung darauf verwiesen werden, dass das alles hyperbolisch scherzhaft zu nehmen ist. Sollen aber die Texte rein objektiv gegeben werden — die Auswahl und vor allem die Fülle resp. Kürze des 6