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Jeschurun · 1925-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1925) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 249 (sequence 79)
Language
German
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Philosophie der Gegenwart 249 Von mehreren wird die Frage erörtert, welche Vorstellung mit dem Gottesbegriff 2a verbinden sei. D r e w s vertritt im Anschluss an E. von Hartmann nachdrücklich die Meinung, dass Gott nicht unter dem Begriff der bewussten Persönlichkeit gedacht werden kann, vielmehr sei das Unbewusste die Form, unter der die Gottheit vorzustellen sei, als Weltseele einer Diesseitsreligion, was einem Pantheismus gleichkommt (Driesch hat die Diesseitsreligion als das hölzernste aller hölzernen Eisen bezeichnet). Seine Gottesvorstellung führt zur Identitätsreligion, indem Gott nicht wie in den theistischen Lehren zur Ursache der Schöpfung sondern das W e s e n, der Mensch nicht Geschöpf, sondern eine der Erscheinungen Gottes wird. — Einer pantheistischen Lehre redet auch Stumpf das Wort und sieht darin als wesentlich die Wesensverknüpfung des göttlichen Geistes mit den Naturgesetzen an. Es hat, so meint er, viele das Theodiceeproblem dem Pantheismus in die Arme geführt und die Erwägung, Gott leide und kämpfe in und mit uns, vielen Trost gewährt. Doch ist seine Haltung gegenüber dem Theismus weniger schroff als bei Drews, und Dank und Zuflucht bei Gott scheint ihm auch für den Pantheismus angängig, wenn man im Auge behält, wie sehr anthropomorphistische Gedankengänge und Symbolbedürfnis den Menschen eigen sind; dennoch bleiben sie mehr als Fiktionen. Wesentlich vertrautere Klänge hören wir bei Dyroff. Im Theismus muss die Metaphysik kulminieren, weil der Pantheismus nicht zur Ausdeutung und Erklärung des Persönlichkeitsbegriffs in Natur und Kultur verhilft. Am vollkommensten ist die Religion, die uns die Ueberzeugung des alliebenden, vollkommensten Wesens als Urheber und Vorbild beibringt. Etwas komplizierter sind Chiappellis Ueberlegungen. In mancher Hinsicht mag man sie als Brücke zwischen der Identifizierung Gottes mit dem Unbewussten und der Auffassung vom Persönlichkeitscharakter betrachten. Näher aber steht der Italiener unzweifelhaft der von den grossen historischen Religionen vertretenen Gotteslehre. Denn dem Pantheismus erteilt er in geistvoller Begründung eine Absage, indem er die Auflösung des Einzelnen im Unendlichen als im Widerspruch zu der mühseligen Eroverurg der Individualität befindlich erachtet. Dagegen ist die theistische Idee das Zentralproblem der modernen Philosophie und

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