Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 236 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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286 Die sieben ägyptischen Hungerjahre in die Zahl der im zweiten Hungerjahre für den ägyptischen Aussenhandel erlassenen Notmassnahmen; nur durch ein Versehen kam auch dieses, ebenfalls die Unterschrift Josefs tragende Edikt in die vom Midrasch Rabba aufgeführte Sammlung von Notstandsmassnahmen und mit Recht wurde sie vom Jalkut wie vom Midrasch Koheleth a. a. 0., weil aus einer früheren, völlig entgegengesetzten ,Wirtschaftsepoche stammend, nicht aufgeführt bezw. nicht aufgenommen. Die Motive zu den drei Verordnungen, die den Aussenhandeis verkehr in Brotgetreide regeln sollten und infolge des allseitigen Ansturms auf die ägyptischen Vorräte erlassen waren, bedürfen keiner weiteren Erläuterung. Edikt I zielt darauf ab, der Ein- Wanderung מ unerwünschter Elemente״, also insbesondere Erwerbsloser entgegenzuwirken und dadurch eine Vermehrung der hungrigen Mäuler hintanzuhalten. Edikt II beugt der Möglichkeit des Schleich- und Kettenhandels dadurch vor, dass das jedwedem Auslandskäufer zugebilligte Quantum von Viktualien auf die Last des einen Esels, den er mit sich führte, beschränkt wird. Hätte ein solcher Aufkäufer durch Bezahlung des doppelten oder dreifachen Preises beispielsweise den Versuch unternommen, sich ein Mehrquantum durch Einkauf bei einem Inländer auf dem Schleichhandelswege zu Ueberpreisen zu sichern, so wäre ihm dieses Mehrquantum bei seiner Ausreise durch die Zollbehörden wieder weggenommen worden. Die Passverordnung endlich schafft Kautelen und Unterlagen über die genaue Zahl uud Namen der sich in Aegypten zum Einkauf aufhaltenden Fremden und sichert den Behörden die Möglichkeit, jederzeit nachzuprüfen, in welchen Zwischenräumen sich diese Einkaufsreisen der ausländischen Reflektanten wiederholen. Welche Wichtigkeit Josef dieser Organisation des Fremdenverkehrs in der damaligen Lebensmittelnot beimass, ergibt sich aus der Tatsache, dass er nach dem Midrasch seinen ältesten Sohn Menasse zum Direktor des Passwesens bestellte10) uud dass sich nach diesem i0) Der שירוש מהרזי׳ו bezweifelt die Möglichkeit der Bestallung Menasses mit diesem Amt, da derselbe kurz vor Ausbruch der Hungersnot geboren sei. Wenn die Passverordnung, wie es scheint, im 2. Jahre der Hungersnot, als der Sturm der Auslandskäufer Aegypten überflutete, erlassen wurde, so