Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 233 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Die sieben ägyptischen Hungerjahre 233 Diesem Massenanstarm des Auslandes im Interesse der Versorgung des inländischen Eonsums rechtzeitig zu steuern und etwaigen Ausschreitungen von Schleich- und Kettenhandel mit den von ihm angesammelten Getreidemengen vorzubeugen, gelten nunmehr Josefs weitere Fürsorge- und Vorsorgemassnahmen, über die uns im Anschluss an die Worte ויוסף היא השליט על הארץ הוא המשכיר לכל עם הארץ ,,Und Josef war es, der über das Wirtschaftsleben und den gesamten Getreide verkauf frei verfügte*, der Midrasch Rabba einige besonders interessante Einzelheiten überliefert. Die Midraschstelle lautet: שלש גזירות נזר שלא יכנס עבד למצרים. ושלא יכנס אדם בשני חמורים. ושלא יוליכו המרים תבואה ממקום למקום. ושלא יכנס אדם עד שלא יכתוב שמו ושם אביו ושם זקינו. Drei Gesetzgebungsakte habe Josef damals erlassen: Edikt I bestimmt, dass kein Unbeschäftigter, kein Dienstbote bezw. Sklave nach Aegypten einwandern dürfe. Edikt II kontingentiert das Quantum der zur Ausfuhr ins Ausland (Palästina, Arabien, Phönizien usw.) zugelassenen Getreidemengen dadurch, dass jeder einreisende Aufkäufer nur seinen eigenen Esel (andere Beförderungsmittel gab es damals natürlich nicht) als Transportmittel für die Rückfracht mitnehmen dürfe. Die Mitnähme eines weiteren Esels war unter keinen Umständen gestattet. Edikt III regelt den Verkehr auf den im Inland, also in Aegypten selbst abgehaitenen Getreidemärkten nach der Richtung hin, dass die dem freien Verkehr überlassenen Mengen von Korn stets nur dem nächstgelegenen Provinzmarkte zugeführt werden dürfen; hierdurch sollte verhindert werden, dass habsüchtige Produ- וירא יעקב וכף in dem sprachlich, unanfechtbarem Sinne anschliessen: ראה שסוחרים מביאים שבר ממצרים dass der Stammvater in Kanaan zn Beginn der Hungernofc, als der Handel noch grössere Mengen Korns aas Aegypten Dach Palästina einführen konnte, diese Lasteselkarawanen heraafziehen sieht und seine Söhne daraufhin beschwört, die gleichen Einkaufschancen za nützen. Aber der Patriarch will nicht haben, dass seine Söhne aus Bequemlichkeit ihren Bedarf von Spekulanten, die sich das Korn in Aegypten geholt haben, decken; er befiehlt seinen Söhnen: ״ רדו שמד. ושברו משםZiehet selbst nach Aegypten und kauft dort an der Quelle, ולא מן הסוחרים הפוברים ביוקר מאד, und nicht von den Händlern, die Ueberpreise zu erlangen suchen״, wie der Malbim zur Stelle bemerkt.