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Jeschurun · 1925-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1925) · p. Seite 231

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 231 (sequence 61)
Language
German
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Die sieben ägyptischen Hnngerjahre ‘231 generelles Ausfuhrverbot von Getreide aus Aegypten ablehnte, wohl aber die inländische wie insbesondere auch die ausländische Nachfrage nach Lebensmitteln im Rahmen einer gTosszügigen Zwangs- Wirtschaft zum Vorteil des Staats, an dessen Spitze er stand, zu befriedigen versuchte. Yon Josefs klugen Massnahmen, um auf die Psyche der Bevölkerung und ihre freudige Bereitwilligkeit zum מ Durchhalten* energisch einzuwirken, berichtet uns zunächst die Bibel einen charakteristischen Zug in den Worten: והרעב רדה על בל פני הארץ ויפתה יוסף את בל אשר בהם. Als die Hungersnot sich über ״die ganze Erde“ erstreckte, da öffnete Josef im Sinne des jüdischen Sprichworts אינו דומה מי שיש לו פת בסלו למי שאץ לו, dass derjenige in allen über ihn hereinbrechenden Nöten gehobener Zuversicht sei, der weiss, dass keine Lebensmittelnot im Hause herrsche, seine bis ans Dach gefüllten Speicher in den Grosstädten wie in den kleinsten Marktflecken. Hatte er doch in kluger Yorausicht der kommenden Dinge seiner Zeit der Versuchung widerstanden, die Ernteüberschüsse der sieben fetten Jahre sämtlich in den grossen Magazinen der Haupt- Stapelplätze für Getreide aufzuspeichern, hatte er vielmehr an alle Regierungsaufkäufer in den Ueberschussjahren die strikte Weisung hinausgegeben: einzulagern אוכל בערים אוכל שדה העיר ... בתוכה die Lebensmittel in den nächstgelegenen Städten und zwar jeweils die Erzeugnisse eines Feldes in d i e Ortschaft zu schaffen, die in ihrem unverändert za konservieren, auch der Gegenwart um einige Siebenmeiien- Stiefel voraus waren. Wenn im übrigen Zweifel darüber laut werden, ob eine so langfristige, ausgedehnte Vorrats Wirtschaft auf Jahrzehnte hinaus für den damaligen Ernährungsdiktatcr veranlasst war, so mochte der Verfasser auf Grand eigener Erfahrungen in der Kriegsr ohstoffwirtschaft beifügen, dass von einem ihm nahestehenden Rohstoffe, nämlich ״Wolle“, dessen inländisches Schurgefälle nur etwa 6—6% des Bedarfs der deutschen Industrie in Friedens־ seiten deckt, dank der weitsichtigen und grosszügigen Bewirtschaftung und pfleglichen Behandlung seitens der Kriegswollbedarf A. Gl. trotz aller Blockade der Mittelmächte bei Beendigung des Krieges und Liquidation der aafge• speicherten Vorräte im Jahre 1919 sieh noch solche Mengen in vorzüglicher Beschaffenheit als anfgespeichert erwiesen, dass dieselben zur Not noch für einen weiteren 4jährigen Kriegsbedarf aasgereicht hätten!

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