Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 223 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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——*'■■HTTil ■I Hill■—I—IB Die jüdische Geschichte usw. 223 heit den Völkern der Erde zu assimilieren, sondern seiner weithistorischen Aufgabe sich selbst und der Menschheit gegenüber dadurch gerecht zu werden, dass es sich als das gibt, was es ist: als das Volk Gttes. III. Der Sinn der jüdischen Geschichte. Wenn wir die Geschichte unseres Volkes überblickt haben, darf sich uns die Frage aufdrängen nach ihrem Sinn? Liegt in dieser Frage nicht etwa Unnatürliches? Bedeutet sie nicht, dass wir unsere Geschichte als etwas Abgeschlossenes betrachten, nicht als in noch lebendiger Entwickelung stehendNein, uns ist das jüdische Volk nicht Vergangenes, sondern ein kraftvoll Seiendes, grösserer Zukunft zustrebend! Und doch fühlen wir uns berechtigt und verpflichtet, nachzudenken über die Bedeutung unseres Werdens und Seins, so wie der gereifte Mann von Zeit zu Zeit den Blick zurück wirft, den Ursprung und das Wachsen des eigenen Seins zu prüfen, um, die Quellen und die Grenzen seines Könnens ruhig abwägend, weiter zu gehen auf seinem Lebenswege. Wie eine grosse, in sich geschlossene Persönlichkeit empfinden wir unser Volk und ein Augenblick des Nachdenkens über das Erlebte soll nur Kräftesamineln sein für das Vorwärtsschreiten. Sicherlich werden viele Generationen ihr Zeitalter als den Beginn einer neuen Periode betrachten; doch glauben wir hierzu besonders berechtigt zu sein. Das nicht nur in seinen Ausmassen beispiellose Ereignis des Weltkrieges bat für das jüdische Volk in verschiedenster Hinsicht so einschneidende Folgen, dass es \on selbst als Grenzpunkt der Geschichte erscheint. Das Aufhören des jüdisch-russischen Zentrums, der Uebergang de3 wirtschaftlichen Schwerpunktes auf die amerikanisehe Judenheit und. eng damit verbunden, auch deren zu־־ nehmende Bedeutung für das jüdische Geistesleben, ganz besonders aber das in solcher Weise seit mehr als anderthalb Jahrtausenden nicht gekannte Hinstreben nach Palästina, das alles sind Tat- Sachen, welche uns zur Annahme einer Zeitenwende berechtigen. Vor allem die ungeahnte Bedeutung, welche das Heilige Land