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Jeschurun · 1925-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1925) · p. Seite 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 209 (sequence 39)
Language
German
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Eine alte liturgische Schwierigkeit 209 volk, das mit den Israeliten aus Aegypten gezogen ist und sich ihnen angeschlossen hatte. Die dritte Anschauung vertritt den Standpunkt, dass die Sünde durch das Gebet Moses vollkommene Vergebung gefunden hat. Viertens gibt es eine Ansicht, dass die Nachwirkungen dieser Missetat noch fortwirken und ihren Einfluss auf die Geschichte Israels noch nicht gänzlich eingebüsst hatten. Wir werden im folgenden diese Ansichten registrieren. Die Amoräer der ersten Generation müssen es bereits stark empfunden haben, dass dieser Bericht der Bibel einer Apologie bedarf40). Die Schule des R. Jannai wiederholt und erweitert die Worte R. Akibas41). Die Apologie des R. Hosbaja ist im selben Sinne gehalten. R. Jochanan b. Nappacba bringt das Gleichnis von einem Manne, der seinen Sohn badet, salbt, füttert und ihm Geld zur Verfügung stellt. Dann führt er ihn vor die Häuser der Unzucht. Natürlich wird der unerfahrene Knabe der Sünde verfallen. R. Jonathan ben Eiieser sieht den Grund, und die Ursache des Sündenfalles ebenfalls im Reichtum des Volkes. R. Joschua ben Levi sagt: Sie haben jene Tat nur vollbracht, um den Sündern eine Lehre zu geben* dass sie Busse tun sollen42. Die Frage wird besonders nachdrücklich und oft in der Agaäa des R. Samuel bar Nachmani, R, Isaac und R. Levi besprochen. Der erster© Agadist kommt etwa sechsmal auf dieses Problem zurück. R. Samuel bar Nachmani erklärt Num. 23, 19 {Gott, ist nicht ein Mensch, dass er sein Wort bräche), wenn er bestimmt hat, Gutes zu tun. Ein König verspricht Geschenke seinem Sohn, sobald dieser seinen Vater erzürnt, da bricht der König sein Versprechen. Gott hält es selbst dann, wenn seine Kinder sündigen. Als Israel das Kalb machte, da betete Moses für sie, da sagte ihm Gott: Moses, ich bin nicht wie ein irdischer König, der Geschenke verspricht und dann sein Versprechen bricht4״). 4':‘j 3 besonders b. Her. 82 a. *!) s. oben p. 7. i2! h. AZ 4 B, vg*L Ginzberg, Goonica 374, 4די־ Tanh. וירא, ed. Frankfurt a. ö. 27 a.

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